Elektroinstallateur/in EFZ · LAP mündlich · Stand
Die LAP mündlich beim Elektroinstallateur EFZ besteht nach der Verordnung von 2015 aus drei Fachgesprächen von zusammen 70 Minuten. Sie machen 40 % der Note Berufskenntnisse aus. Im Gespräch zählt, dass du Theorie auf die Praxis anwenden und begründen kannst.
Die drei mündlichen Positionen
Die übrigen 60 % der Note Berufskenntnisse stammen aus den fünf schriftlichen Positionen. Die Gewichte entsprechen dem Berechnungsschema der Wegleitung von EIT.swiss.
| Position | Fachgespräch | Dauer | Gewicht in der Note Berufskenntnisse |
|---|---|---|---|
| 1 | Bearbeitungstechnik | 20 Min. | 10 % |
| 2 | Technische Dokumentation, Regeln der Technik | 20 Min. | 10 % |
| 6 | Elektrische Systemtechnik inkl. technologische Grundlagen | 30 Min. | 20 % |
Was im Fachgespräch geprüft wird
Der schriftliche Teil stützt sich vor allem auf die Leistungsziele der Berufsfachschule. Im mündlichen Teil steht laut Wegleitung die praxisbezogene Anwendung der Theorie im Vordergrund. Damit fliessen auch Leistungsziele aus dem Betrieb und den überbetrieblichen Kursen ein.
- Position 1, Bearbeitungstechnik: Materialkenntnisse sowie Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.
- Position 2, Regeln der Technik: technische Dokumentation und die Anwendung der Normen.
- Position 6, Systemtechnik: Grundlagen der Elektrotechnik und Elektronik, erweiterte Fachtechnik, Installationstechnik und Energieverteilung, Anlagen, Apparate und Verbraucher einschliesslich Photovoltaik, angewandte Elektrotechnik, elektromechanische und elektronische Steuerungen sowie Komponenten und Bussysteme der Gebäudeautomation.
Ablauf am Prüfungstag
Die Zeitangabe bezieht sich auf die effektive Dauer des Gesprächs. Begrüssung, Verabschiedung und die Bewertung durch die Experten kommen dazu. Zwischen zwei Gesprächen planen die Prüfungsleitungen oft eine kurze Pause ein, zum Beispiel zehn Minuten. Sie dient dir zum Raumwechsel und zum Umstellen auf das nächste Fachgebiet.
Die Experten protokollieren das Gespräch mit Vorlagen, die die zu behandelnden Themen vorgeben. Welche Hilfsmittel du im mündlichen Teil benutzen darfst, bestimmen die regionalen Prüfungsverantwortlichen. Informiert werden die Lernenden über die Prüfungsleitung und die Berufsbildner.
So bereitest du dich vor
- Pro Themenbereich drei Beispiele aus deinem Betrieb sammeln, mit Foto oder Skizze aus der Lerndokumentation.
- Jeden Fachbegriff in zwei Sätzen erklären können: Was ist es, wozu dient es?
- Laut üben, am besten mit einer Kollegin, einem Kollegen oder dem Berufsbildner, der Fragen stellt.
- Das Warum trainieren: Warum dieses Schutzorgan, warum dieser Querschnitt, warum diese Reihenfolge der Sicherheitsregeln?
- Material in die Hand nehmen: Geräte, Klemmen und Leitungstypen benennen und ihren Einsatz beschreiben.
Typische Fragen und gute Antworten
Grundlagen zu Schutzgeräten findest du in Schutzmassnahmen, LS und RCD.
| Frage | Was eine gute Antwort enthält |
|---|---|
| Wie gehst du vor, bevor du an einem Verteiler arbeitest? | Die Sicherheitsregeln in der richtigen Reihenfolge, mit Begründung |
| Wozu dient ein RCD mit 30 mA? | Zusätzlicher Personenschutz, Unterschied zum LS, Prüfung mit Messgerät statt nur Testtaste |
| Wie funktioniert ein Bewegungsmelder in einer Gebäudeautomation? | Sensor, Steuerung, Aktor und ein Beispiel aus der Praxis |
| Welche Leitung wählst du für eine Aussensteckdose? | Umgebungsbedingungen, Schutzart, Verweis auf die NIN |
Häufige Fehler im Gespräch
- Auswendig gelernte Sätze ohne Bezug zur Frage.
- Raten statt nachfragen. Wenn du eine Frage nicht verstehst, bitte um eine Präzisierung.
- Sicherheit nur nebenbei erwähnen. Sie gehört bei jeder praktischen Frage an den Anfang.
- Normen falsch zitieren. Besser die Regel sinngemäss erklären als eine Nummer erfinden.
- Zu kurz antworten. Ein Satz mit Begründung und Praxisbeispiel zeigt mehr Kompetenz als ein einzelnes Stichwort.
Fachgespräch nach der neuen Verordnung
Die Verordnung von 2025 kennt keine mündlichen Berufskenntnisse mehr. Stattdessen gibt es innerhalb der praktischen Arbeit ein Fachgespräch von 30 Minuten, das 10 % der VPA-Note ausmacht. Diese Regeln gelten ab 2030. Mehr im Hauptratgeber zum Qualifikationsverfahren. Zum schriftlichen Teil: LAP schriftlich. Wie die mündlichen Noten in die Gesamtnote eingehen, zeigt QV-Noten berechnen.
Wichtig zu wissen
Aufbau, Termine, Gebühren und Zulassung legt die Prüfungsträgerschaft fest und kann sie ändern. Massgebend sind die aktuelle Prüfungsordnung und Wegleitung. Dieser Ratgeber ist ein unabhängiges Lernangebot und keine Rechts- oder Steuerberatung.
Kostenlos testen
Elektroinstallateur/in EFZ: 1'025 Übungsfragen mit Erklärung
20 Fragen pro Themenbereich und das erste Theoriekapitel, ohne Karte und ohne Anmeldung als Gast.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die LAP mündlich?
Nach der Wegleitung zur Verordnung 2015 drei Gespräche mit 20, 20 und 30 Minuten, zusammen 70 Minuten Gesprächszeit.
Wie viel zählt der mündliche Teil?
Zusammen 40 % der Note Berufskenntnisse: 10 % Bearbeitungstechnik, 10 % Regeln der Technik, 20 % Systemtechnik.
Darf ich Unterlagen mitnehmen?
Das legen die regionalen Prüfungsverantwortlichen fest. Frag deine Prüfungsleitung oder den Berufsbildner.
Gibt es die mündliche Pr üfung auch nach der neuen Verordnung?
Nicht als Teil der Berufskenntnisse. Die neue Verordnung sieht ein Fachgespräch von 30 Minuten in der praktischen Arbeit vor, ab dem QV 2030.
Quellen und weiterführende Links
Weitere Ratgeber
Elektroinstallateur/in EFZ · Noten · Rechnen und Praxisfälle
QV Noten Elektroinstallateur berechnen: Positionen, Rundung, Gesamtnote
QV Noten Elektroinstallateur EFZ berechnen: Punkte in Noten umrechnen, Rundung, Berufskenntnisse, Erfahrungsnote und Gesamtnote mit Beispiel.
Weiterlesen
Elektroinstallateur/in EFZ · Prüfung · Start hier
Qualifikationsverfahren Elektroinstallateur/in EFZ: VPA, Berufskenntnisse, Noten
Elektroinstallateur/in EFZ: Qualifikationsverfahren mit VPA, Berufskenntnissen, Allgemeinbildung und Erfahrungsnote. Gewichtung, Bestehensregel, Wiederholung.
Weiterlesen