Finanz- und Rechnungswesen · Lernplan · Stand
Die Prüfung ist rechenintensiv. Wer neben dem Beruf lernt, kommt nur mit regelmässigem Üben ans Ziel. Hier ein Plan über zwölf Wochen und die häufigsten Fehler, die in Buchungs- und Rechenaufgaben vorkommen.

Grundsatz: rechnen, nicht nur lesen
Buchhaltung lernt man mit dem Stift. Lies eine Regel und rechne sofort zwei Aufgaben dazu. Wer nur Zusammenfassungen liest, verliert im Prüfungsstress die Sicherheit bei den Buchungen.
Plan über zwölf Wochen
| Woche | Schwerpunkt |
|---|---|
| 1 bis 3 | Finanzbuchhaltung: laufende Buchungen, Abschreibungen, Delkredere, Rückstellungen, Transitorien, Abschluss |
| 4 | Seltene Fälle: Leasing, Wertschriften, Fremdwährung, Kapitalveränderungen |
| 5 | Rechnungslegung nach OR 957 ff. und Swiss GAAP FER, Konzernrechnung, Geldflussrechnung |
| 6 bis 7 | Betriebsbuchhaltung: BAB, Zuschlagskalkulation, Deckungsbeitrag, Break-even |
| 8 | Mehrwertsteuer |
| 9 | Direkte Steuern |
| 10 | Löhne, Sozialversicherungen und Recht |
| 11 | Geleitete Fallarbeiten unter Zeitdruck |
| 12 | Wiederholung der Fehlerliste, Probeprüfung |
Fehler 1: Soll und Haben vertauschen
Zeichne bei jeder Aufgabe die T-Konten. Ein Aufwand steht im Soll, ein Ertrag im Haben, bei Passivkonten ist es umgekehrt zu Aktivkonten. Prüfe am Ende, dass Soll gleich Haben ist.
Fehler 2: Rückstellung als Eigenkapital
Rückstellungen sind Fremdkapital. Bei Aufgaben zum Eigenkapital (Aktienkapital, Reserven, Gewinn) gehören sie nicht dazu. Das zeigt sich in der Frage, wie hoch das Eigenkapital einer AG ist.
Fehler 3: MWST und Netto verwechseln
Prüfe zuerst, ob ein Betrag brutto oder netto ist. Bei Brutto teilst du durch 1.081, bei Netto multiplizierst du mit 8.1 %. Bei der Margenbesteuerung gilt die Steuer nur auf der Marge. Mehr: MWST und Vorsteuer.
Fehler 4: Bezugsteuer vergessen
Wird eine Dienstleistung aus dem Ausland ohne Schweizer Steuer bezogen, muss das Unternehmen die Bezugsteuer deklarieren und kann sie, falls berechtigt, zugleich als Vorsteuer abziehen. Wer das vergisst, verliert Punkte.
Fehler 5: Lohnabrechnung ohne Basis
Bei Lohnaufgaben gilt: erst die Basis (Bruttolohn), dann die Abzüge nach Satz. Der UVG-Taggeld-Anspruch beginnt am dritten Tag nach dem Unfalltag und beträgt 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Die Lohnabrechnung muss schriftlich übergeben werden (Art. 323b OR).
Fehler 6: Zeit in den Fallarbeiten
Jeder Prüfungsteil besteht aus geleiteten Fallarbeiten mit vielen Teilfragen. Lies zuerst alles, rechne dann zuerst die einfachen Fragen und notiere Zwischenergebnisse so, dass auch Teilpunkte möglich sind.
Letzte Woche
Überblick: Hauptratgeber. Prüfungsteile: Teile und Gewichtung. Abschluss: Abschreibungen und Rückstellungen.
- Fehlerliste täglich durchgehen
- Eine Probeprüfung mit realer Dauer
- Formeln und Sätze auf einer Karte
- Taschenrechner und Hilfsmittel nach Wegleitung bereitlegen
Wichtig zu wissen
Aufbau, Termine, Gebühren und Zulassung legt die Prüfungsträgerschaft fest und kann sie ändern. Massgebend sind die aktuelle Prüfungsordnung und Wegleitung. Dieser Ratgeber ist ein unabhängiges Lernangebot und keine Rechts- oder Steuerberatung.
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Häufige Fragen
Wie viele Stunden pro Woche?
Plane 8 bis 10 Stunden über etwa zwölf Wochen für jeden grossen Block.
Wie übe ich am besten?
Mit Aufgaben und Erklärungen, nicht nur mit Zusammenfassungen. Notiere Fehler in einer Liste.
Soll ich mit Steuern oder Buchhaltung beginnen?
Mit der Buchhaltung, weil sie die Basis für alle anderen Teile ist.
Was tun, wenn ich durchfalle?
Analysiere die Teile mit den tiefsten Noten und melde dich zur nächsten Prüfung an. Regeln stehen in der Prüfungsordnung.
Quellen und weiterführende Links
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