Finanzplaner · Lohn und Karriere · Stand
Wie hoch ist der Lohn als Finanzplanerin oder Finanzplaner mit eidg. Fachausweis? Eine offizielle Lohnzahl nur für diesen Abschluss gibt es nicht. Dieser Ratgeber zeigt dir, welche Faktoren den Lohn bestimmen, wie du ihn mit einer neutralen Quelle realistisch einschätzt und welche Aufgaben der Fachausweis öffnet.
Gibt es einen offiziellen Lohn für Finanzplaner?
Nein. Weder die IAF als Prüfungsträgerschaft noch berufsberatung.ch veröffentlichen einen Durchschnittslohn für Finanzplanerinnen und Finanzplaner mit eidg. Fachausweis. Zahlen, die du im Internet findest, stammen meist von Kursanbietern oder Lohnportalen mit unklarer Datenbasis. Wir nennen deshalb bewusst keine Frankenbeträge.
Eine neutrale Einschätzung erhältst du mit dem Lohnrechner Salarium des Bundesamts für Statistik. Du gibst Branche, Region, Alter, Ausbildung, Funktion und Pensum ein und erhältst eine Lohnspanne für ein vergleichbares Profil. Wähle als Ausbildung die höhere Berufsbildung und als Branche Finanz- oder Versicherungsdienstleistungen.
Was den Lohn bestimmt
- Arbeitgeber: Banken, Versicherungen, Finanzgesellschaften, Treuhand- und Beratungsfirmen zahlen unterschiedlich. Grosse Institute haben oft feste Lohnbänder.
- Funktion: Kundenberatung mit eigenem Portefeuille, Spezialistin für Pensionsplanung oder Teamleitung sind verschieden eingestuft.
- Vergütungsmodell: Im Vertrieb kommen oft variable Anteile oder Provisionen dazu, bei unabhängigen Beratern hängt das Einkommen von den Mandaten ab.
- Region: Die Löhne unterscheiden sich je nach Grossregion. Salarium zeigt die Unterschiede für dein Profil.
- Erfahrung und Kundenstamm: Wer Kundinnen und Kunden mitbringt und betreut, hat eine starke Verhandlungsposition.
- Weitere Abschlüsse: Der Fachausweis baut auf dem dipl. Finanzberater IAF auf. Eine spätere höhere Fachprüfung kann den Lohn zusätzlich beeinflussen.
Welche Stellen offenstehen
Laut berufsberatung.ch arbeiten Finanzplanerinnen und Finanzplaner bei Banken, Versicherungen, Finanzgesellschaften, Treuhandfirmen und Beratungsunternehmen. Auch die Selbständigkeit ist möglich. Typische Aufgaben sind die Analyse des gesamten Vermögens von Privatpersonen oder kleinen Unternehmen, die Beratung zu Vorsorge, Anlagen, Wohneigentum und Steuern und die Erstellung eines Finanzplans.
Die IAF beschreibt die Zielgruppe als Beraterinnen und Berater von Privatkunden, die Kundschaft über den ganzen Lebenszyklus bis zur Pensionierung begleiten.
Anerkennung für Vermittlung und Beratung
Ein praktischer Nutzen für den Arbeitsmarkt: Die IAF gibt an, dass der Fachausweis von der FINMA für die Versicherungsvermittlung nach dem Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) anerkannt ist und als Nachweis der Fachkenntnisse für das Beraterregister nach FIDLEG gilt. Für Arbeitgeber bedeutet das weniger zusätzliche Ausbildung. Prüfe die aktuelle Liste der Anerkennungen auf iaf.ch, bevor du dich darauf berufst.
So nutzt du den Fachausweis in der Lohnverhandlung
- Ermittle mit Salarium eine Lohnspanne für dein Profil vor und nach dem Abschluss.
- Zeige konkret, was du neu kannst: Pensionsplanung, Steueroptimierung, Nachlassplanung, ganzheitliche Haushaltsanalyse.
- Sprich das Thema früh an, am besten schon bei der Vereinbarung über die Weiterbildung.
- Kläre, ob dein Arbeitgeber Kurskosten übernimmt und ob eine Rückzahlungsklausel gilt. Den Bundesbeitrag erhältst du trotzdem nur auf die Kosten, die du selbst getragen hast.
Angestellt oder selbständig?
Als Angestellte oder Angestellter einer Bank oder Versicherung erhältst du einen festen Lohn, oft mit Bonus oder variablem Anteil. Die Kundinnen und Kunden kommen meist über das Institut. Als unabhängige Finanzplanerin oder unabhängiger Finanzplaner baust du dein Einkommen selbst auf, über Honorare für Finanzpläne oder über Entschädigungen für vermittelte Produkte. Das Einkommen schwankt stärker, besonders in den ersten Jahren.
Wer selbständig berät, muss zudem die Pflichten nach FIDLEG und VAG prüfen, etwa die Registrierung als Kundenberater oder als Versicherungsvermittler. Kläre das vor dem Start bei den zuständigen Stellen. Der Fachausweis hilft dabei als Nachweis der Fachkenntnisse.
Karriere nach dem Fachausweis
Als nächste Stufe nennt berufsberatung.ch die höhere Fachprüfung Finanz- und Anlageexperte/-expertin. Die IAF bietet zudem den Abschluss KMU-Finanzexperte/in mit eidg. Diplom an, der sich laut IAF unter anderem an Finanzplaner mit KMU-Kundschaft richtet. Welche Zulassung gilt, steht in der jeweiligen Prüfungsordnung. Was der Fachausweis kostet, liest du in Kosten, Gebühren und Bundesbeitrag. Den Titel mit dem neuen Zusatz erklärt Professional Bachelor und Titel auf Englisch.
Den Überblick über Prüfung und Zulassung findest du im Hauptratgeber Finanzplaner/in mit eidg. Fachausweis.
Wichtig zu wissen
Aufbau, Termine, Gebühren und Zulassung legt die Prüfungsträgerschaft fest und kann sie ändern. Massgebend sind die aktuelle Prüfungsordnung und Wegleitung. Dieser Ratgeber ist ein unabhängiges Lernangebot und keine Rechts- oder Steuerberatung.
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Häufige Fragen
Wie viel verdient ein Finanzplaner mit eidg. Fachausweis?
Eine offizielle Lohnzahl für diesen Abschluss gibt es nicht. Eine neutrale Spanne für dein Profil liefert der Lohnrechner Salarium des Bundesamts für Statistik.
Lohnt sich der Fachausweis finanziell?
Das hängt von Arbeitgeber, Funktion und Vergütungsmodell ab. Der Fachausweis ist ein eidgenössischer Abschluss und wird im Finanzbereich als Qualitätsnachweis anerkannt.
Wo arbeiten Finanzplanerinnen und Finanzplaner?
Bei Banken, Versicherungen, Finanzgesellschaften, Treuhand- und Beratungsfirmen oder selbständig.
Hilft der Fachausweis bei der Registrierung als Berater?
Laut IAF ist er für die Versicherungsvermittlung nach VAG und als Nachweis für das Beraterregister nach FIDLEG anerkannt. Prüfe die aktuelle Liste auf iaf.ch.
Welche Weiterbildung folgt danach?
Zum Beispiel die höhere Fachprüfung Finanz- und Anlageexperte/-expertin oder der KMU-Finanzexperte/in mit eidg. Diplom der IAF.
Quellen und weiterführende Links
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