Logistiker/in EFZ · Erwachsene · Stand
Als Erwachsene/r kannst du das Logistiker EFZ ohne klassische Lehre erwerben. Nach Art. 32 der Berufsbildungsverordnung brauchst du fünf Jahre Berufserfahrung, davon drei Jahre in der Logistik. Alternativ gibt es das Validierungsverfahren mit Dossier statt Prüfung. Hier vergleichen wir beide Wege.
Zulassung nach Art. 32 BBV
Den Nachweis der Berufspraxis prüft die kantonale Lehraufsicht. Sie entscheidet auch, ob du die Allgemeinbildung ablegen musst. Laut Merkblatt der SVBL wirst du in der Regel davon befreit, wenn du bereits einen gleichwertigen Abschluss einer mindestens dreijährigen Grundbildung hast.
- Mindestens fünf Jahre berufliche Erfahrung insgesamt.
- Davon mindestens drei Jahre im Tätigkeitsbereich des Berufs, etwa Lagerbewirtschaftung, Transport oder Distribution.
- Glaubhaft machen, dass du den Anforderungen des Qualifikationsverfahrens gewachsen bist.
- Ausbildungsnachweis für das Führen von Flurförderzeugen (Stapler).
- In der Fachrichtung Distribution zusätzlich den Führerausweis Kategorie A1 oder B.
Vorbereitung: Erwachsenenlehrgang
Die Zulassung hängt nicht vom Besuch eines Kurses ab. Berufsfachschulen bieten aber Lehrgänge für Erwachsene an, als Tages- oder Abendkurs. Laut Factsheet der SVBL dauert der Lehrgang für den Logistikteil zwei Semester. Sind Deutsch, Rechnen oder Allgemeinbildung integriert, sind drei bis vier Semester möglich. Die SVBL empfiehlt mindestens 120 Lektionen im Kernbereich Logistik.
Das Merkblatt nennt unter anderem Berufsfachschulen in Aarau, Dietikon, Emmenbrücke, Lyss, Olten, Pfäffikon SZ, Schaffhausen, Thun und Rorschach. Ob und wann ein Erwachsenenlehrgang startet, erfährst du beim Schulsekretariat oder beim Berufsbildungsamt deines Kantons, etwa in Zürich, Bern, Luzern, Aargau oder Solothurn.
Praktische Kurse der SVBL
Die Lehrmittel der SVBL (Grundpaket) kosten laut Factsheet CHF 360 für Mitglieder und CHF 410 für Nichtmitglieder. Die Kosten des Schullehrgangs richten sich nach dem Wohnkanton. Einige Kantone gewähren Stipendien.
| Kurs | Inhalt | Dauer | Preis |
|---|---|---|---|
| Grundmodul 1 | Wareneingang, Einlagerung, Kommissionierung, Versand, Ladungssicherung, Inventur, Retouren | 3 Tage | CHF 1'125 |
| Grundmodul 2 | Annahme-, Sortier- und Zustellprozesse | 1 Tag | CHF 375 |
| Fachrichtung Lager 1 und 2 | Warenannahme, Kommissioniermethoden; Regalsicherheit | je 1 Tag | je CHF 375 |
| Fachrichtung Distribution 1 | Annahmeprozesse und Weiterverarbeitung | 2 Tage | CHF 750 |
| Fachrichtung Distribution 2 | Zustellprozesse | 3 Tage | CHF 1'125 |
Prüfung und Notengewichtung
Du legst dieselbe Abschlussprüfung ab wie Lernende: eine vorgegebene praktische Arbeit von 6 Stunden mit einem Fachgespräch von 30 Minuten. Eine schriftliche Prüfung der Berufskenntnisse gibt es nach der Verordnung von 2023 nicht mehr. Das QV findet zentral organisiert zwischen April und Juni statt.
Weil du keine Erfahrungsnote aus Lehrbetrieb, Schule und üK hast, zählt die praktische Arbeit 80 % und die Allgemeinbildung 20 % (Art. 21 Abs. 3 der Bildungsverordnung). Bestanden hast du mit mindestens 4,0 in der praktischen Arbeit und in der Gesamtnote.
Beispiel: praktische Arbeit 4,4, Allgemeinbildung 4,8. Gesamtnote = 0,8 × 4,4 + 0,2 × 4,8 = 3,52 + 0,96 = 4,48, gerundet 4,5. Bestanden.
Alternative: Validierungsverfahren
Im Validierungsverfahren weist du deine Handlungskompetenzen mit einem Dossier nach statt mit einer Abschlussprüfung. Laut SVBL dauert es erfahrungsgemäss eineinhalb bis drei Jahre und ist in fünf Phasen gegliedert.
- Phase 1, Information: zwei obligatorische Informationsanlässe bei der Fachstelle Berufsabschluss für Erwachsene des biz Oerlikon in Zürich.
- Phase 2, Bilanzierung: Zulassung und Dossier im webbasierten Validierungstool. Voraussetzungen sind fünf Jahre Berufserfahrung, davon drei im Beruf, der Nachweis für Flurförderzeuge der Kategorien S und R1 oder R2 und in der Distribution der Führerausweis A1 oder B.
- Weitere Phasen: Beurteilung des Dossiers, ergänzende Bildung für fehlende Kompetenzen und Zertifizierung.
Welcher Weg passt?
| Merkmal | Art. 32 BBV | Validierungsverfahren |
|---|---|---|
| Nachweis | Abschlussprüfung wie Lernende | Dossier und Beurteilung |
| Dauer | meist 2 bis 4 Semester Vorbereitung | erfahrungsgemäss 1,5 bis 3 Jahre |
| Geeignet für | Personen, die Prüfungssituationen gut meistern | Personen, die ihre Praxis gut schriftlich belegen können |
So bereitest du dich vor
Konzentriere dich auf die praktische Arbeit, denn sie zählt bei dir 80 %. Den Aufbau der vier Positionen erklärt VPA, Fachgespräch und Erfahrungsnote. Den Gesamtüberblick gibt der Hauptratgeber zum Qualifikationsverfahren. Wie die Noten berechnet werden, zeigt QV Logistiker: Noten und Resultate.
Wichtig zu wissen
Aufbau, Termine, Gebühren und Zulassung legt die Prüfungsträgerschaft fest und kann sie ändern. Massgebend sind die aktuelle Prüfungsordnung und Wegleitung. Dieser Ratgeber ist ein unabhängiges Lernangebot und keine Rechts- oder Steuerberatung.
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Häufige Fragen
Kann ich das Logistiker EFZ als Erwachsene/r machen?
Ja, über Art. 32 BBV mit fünf Jahren Berufserfahrung, davon drei in der Logistik, oder über das Validierungsverfahren.
Muss ich einen Kurs besuchen?
Nein, die Zulassung hängt nicht von einem Kurs ab. Einige Kantone können den Besuch der Berufsfachschule aber verlangen. Lehrgänge werden empfohlen.
Gibt es eine schriftliche Prüfung?
Nach der Verordnung von 2023 nicht. Geprüft werden die praktische Arbeit mit Fachgespräch und, falls nicht dispensiert, die Allgemeinbildung.
Wie wird meine Note berechnet?
Praktische Arbeit 80 %, Allgemeinbildung 20 %. Eine Erfahrungsnote entfällt.
Wie lange dauert die Validierung?
Laut SVBL erfahrungsgemäss eineinhalb bis drei Jahre.
Quellen und weiterführende Links
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