Sicherheit und Bewachung · Ausbildung · Stand
Die Sicherheitsfachmann Ausbildung in der Schweiz ist eine Weiterbildung für Berufsleute, die bereits im Sicherheitsdienst arbeiten. Eine Lehre gibt es nicht. Am Ende steht die eidgenössische Berufsprüfung des VSSU. Hier liest du, welche Voraussetzungen gelten, wie lange der Weg dauert und wie du ihn planst.
Keine Lehre, sondern ein Zweitberuf
Laut VSSU existiert in der Schweiz keine berufliche Grundbildung im Sicherheitsbereich. Ein EFZ als Sicherheitsfachmann gibt es also nicht. Die Prüfungsordnung beschreibt die Tätigkeit ausdrücklich als Zweitberuf: Du lernst zuerst einen anderen Beruf oder sammelst Erfahrung und steigst dann in die Sicherheitsbranche ein.
Der anerkannte Abschluss ist die Berufsprüfung Sicherheitsfachfrau/Sicherheitsfachmann mit eidgenössischem Fachausweis. Sie wird in vier Fachrichtungen angeboten: Bewachung, Personenschutz, Zentralendienste und Anlässe. Der Vergleich steht in Die vier Fachrichtungen.
Voraussetzungen für die Prüfung
Nach Ziff. 3.31 der Prüfungsordnung musst du bis zum Ende der Anmeldefrist Praxis in der Sicherheitsdienstleistungsbranche der angemeldeten Fachrichtung nachweisen. Wie viel, hängt von deinem höchsten Abschluss ab.
| Höchster Abschluss | Praxis | Stunden |
|---|---|---|
| EFZ oder gleichwertig (Sekundarstufe II) | 2 Jahre | 3'200 |
| Eidgenössisches Berufsattest EBA | 4 Jahre | 6'400 |
| Kein Abschluss auf Sekundarstufe II | 6 Jahre, davon mind. 4 in der Fachrichtung | 6'400 |
Zusätzlich verlangt die Prüfungsordnung einen Strafregisterauszug ohne Eintrag, der am Ende der Anmeldefrist nicht älter als drei Monate ist, sowie ein Mindestalter von 22 Jahren.
Welche Praxis zählt
Laut VSSU-FAQ zählt nur sicherheitsrelevante Erfahrung, die zur Fachrichtung passt und mit Arbeitgeberbestätigungen belegt ist. Eine Bestätigung sollte Zeitraum, Pensum oder Stunden, Funktion und konkrete Tätigkeiten nennen. Die blosse Angabe «Sicherheitsmitarbeiter» reicht nicht.
- Bewachung: Objektschutz, Kontrollgänge, Patrouillen, Anlagenüberwachung.
- Zentralendienste: Leitstellen, Einsatzzentralen, Alarmmanagement, Disposition.
- Anlässe: Zutrittskontrollen, Besucherlenkung, Crowd Management.
- Personenschutz: Schutzaufträge und Begleitschutz, mit separat ausgewiesenen 200 Stunden.
Wie lange die Ausbildung dauert
berufsberatung.ch nennt für die Vorbereitung rund sechs Monate, in der Regel berufsbegleitend in Modulen. Der Vorbereitungskurs ist freiwillig. Der VSSU empfiehlt ihn dringend, weist aber darauf hin, dass er weder Zulassung noch Erfolg garantiert.
Die eigentliche Wartezeit ergibt sich aus der Praxis. Mit EFZ brauchst du mindestens zwei Jahre und 3'200 Stunden in der Fachrichtung, bevor du dich anmelden kannst. Teilzeitangestellte erreichen die Stunden später als Vollzeitangestellte.
Der Ablauf bis zum Fachausweis
- Einstieg bei einem Sicherheitsunternehmen mit Basisausbildung durch den Arbeitgeber.
- Praxisstunden in der gewünschten Fachrichtung sammeln und bestätigen lassen.
- Vorbereitungskurs auf der Meldeliste des SBFI wählen, damit du Bundesbeiträge erhältst.
- Innerhalb der Anmeldefrist anmelden, Strafregisterauszug rechtzeitig bestellen.
- Prüfung an einem Tag: drei Grundfächer, Fachkunde und Praxis.
Die Prüfung in Kürze
In der Fachrichtung Bewachung umfasst die Prüfung Branchenkunde, Recht und Sozialkompetenz, jeweils schriftlich am Computer und mündlich, dazu Fachkunde Bewachung und einen praktischen Teil von 120 Minuten mit dreifachem Gewicht. Insgesamt sind es 450 Minuten. Details stehen im Hauptratgeber Sicherheit und Bewachung.
Anmeldung und Zulassungsentscheid
Die Anmeldung besteht laut VSSU aus fünf Schritten: Termin und Frist prüfen, Zulassung selbst vorprüfen, Strafregisterauszug bestellen, Online-Formular ausfüllen und das unterschriebene Dossier per Post senden. Die Online-Anmeldung allein genügt nicht. Den Zulassungsentscheid erhältst du in der Regel etwa acht Wochen nach vollständigem Eingang und mindestens drei Monate vor der Prüfung. Das Aufgebot folgt spätestens vier Wochen vor dem Prüfungstag. Die Prüfung kannst du auf Deutsch, Französisch oder Italienisch ablegen, je nach Fachrichtung und Termin.
Tipps für die Planung
- Führe ab dem ersten Tag eine eigene Stundenliste nach Fachrichtung.
- Bitte den Arbeitgeber früh um eine detaillierte Bestätigung, nicht erst kurz vor der Anmeldung.
- Prüfe, ob du die 22 Jahre bis zur Prüfung erreichst.
- Plane die Kosten mit dem Ratgeber Kosten und Bundesbeitrag.
- Bestelle den Strafregisterauszug erst zu Beginn der Anmeldefrist. Eine blosse Bestellbestätigung akzeptiert der VSSU nicht.
Wichtig zu wissen
Aufbau, Termine, Gebühren und Zulassung legt die Prüfungsträgerschaft fest und kann sie ändern. Massgebend sind die aktuelle Prüfungsordnung und Wegleitung. Dieser Ratgeber ist ein unabhängiges Lernangebot und keine Rechts- oder Steuerberatung.
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Häufige Fragen
Gibt es eine Lehre als Sicherheitsfachmann?
Nein. Laut VSSU existiert in der Schweiz keine berufliche Grundbildung im Sicherheitsbereich. Der Fachausweis ist eine Weiterbildung.
Wie alt muss ich für die Prüfung sein?
Die Prüfungsordnung verlangt ein Mindestalter von 22 Jahren.
Kann ich ohne Berufsabschluss zur Prüfung?
Ja, mit sechs Praxisjahren, davon mindestens vier Jahre und 6'400 Stunden in der angemeldeten Fachrichtung.
Wie lange dauert der Vorbereitungskurs?
berufsberatung.ch nennt rund sechs Monate berufsbegleitend. Der Kurs ist freiwillig.
Wer führt die Prüfung durch?
Der Verband Schweizerischer Sicherheitsdienstleistungs-Unternehmen (VSSU) als Trägerschaft, unter Aufsicht des SBFI.
Quellen und weiterführende Links
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