Informatiker/in EFZ · Ausbildung · Stand
Die Ausbildung als Informatiker EFZ dauert vier Jahre. So steht es in Art. 2 der Bildungsverordnung. Du lernst an drei Orten: im Lehrbetrieb, in der Berufsfachschule und in überbetrieblichen Kursen. Daneben gibt es schulische Wege wie die Informatikmittelschule. Hier siehst du, wie die Lehre aufgebaut ist und wie viel Zeit du wo verbringst.
Dauer der Ausbildung
Die berufliche Grundbildung Informatikerin/Informatiker EFZ dauert vier Jahre (Art. 2 Abs. 1). Der Beginn richtet sich nach dem Schuljahr der Berufsfachschule. Für besonders befähigte oder vorgebildete Personen kann die Dauer nach Art. 18 des Berufsbildungsgesetzes angemessen verkürzt werden. Darüber entscheidet die kantonale Behörde.
Eine verkürzte Lehre ist vor allem für Personen mit Matura oder einem anderen Berufsabschluss ein Thema. Mehr dazu in Informatiker EFZ für Erwachsene.
Drei Lernorte
| Lernort | Umfang | Was du dort lernst |
|---|---|---|
| Lehrbetrieb | im Durchschnitt 3,5 Tage pro Woche | echte Aufträge, Projekte, Support |
| Berufsfachschule | 2'000 Lektionen in vier Jahren | Informatikmodule, Mathematik, Englisch, Allgemeinbildung, Sport |
| Überbetriebliche Kurse (üK) | 35 Tage zu 8 Stunden, 7 Kurse zu je 5 Tagen | praktische Grundlagen in Modulen |
Im letzten Semester finden keine überbetrieblichen Kurse statt (Art. 8 Abs. 3).
Berufsfachschule: die Verteilung über vier Jahre
Die Schule ist in den ersten zwei Lehrjahren stärker gewichtet. Laut Art. 7 hast du im ersten und zweiten Lehrjahr je 640 Lektionen, im dritten und vierten je 360. Die Informatikkompetenzen sind in 24 Module zu je 40 Lektionen aufgeteilt. Wie sich die Fächer verteilen, zeigt Module und Bildungsplan.
Unterrichtssprache ist die Landessprache des Schulorts. Die Kantone können weitere Unterrichtssprachen zulassen, und zweisprachiger Unterricht in einer weiteren Landessprache oder in Englisch wird empfohlen (Art. 7 Abs. 6 und 7). Frag deine Berufsfachschule, ob sie bilinguale Klassen anbietet.
Was du im Betrieb dokumentierst
- Lerndokumentation: Du hältst laufend alle wesentlichen Arbeiten fest. Deine Berufsbildnerin oder dein Berufsbildner kontrolliert und bespricht sie mindestens einmal pro Semester (Art. 12).
- Bildungsbericht: Am Ende jedes Semesters wird dein Bildungsstand festgehalten und besprochen (Art. 13).
- Die Lerndokumentation und die üK-Unterlagen darfst du in der IPA als Hilfsmittel verwenden. Es lohnt sich also, sie sorgfältig zu führen.
Berufsmaturität während der Lehre
Lernende mit sehr guten schulischen Leistungen können laut berufsberatung.ch zusätzlich die Berufsmaturitätsschule besuchen. Die Berufsmaturität öffnet den Weg an eine Fachhochschule. Sie bedeutet mehr Schultage, also weniger Zeit im Betrieb. Kläre früh mit dem Lehrbetrieb, ob er die lehrbegleitende Berufsmaturität unterstützt. Eine Berufsmaturität nach der Lehre ist ebenfalls möglich.
Informatikmittelschule (IMS)
Die Bildungsverordnung sieht auch eine schulisch organisierte Grundbildung vor. Dort wird die Praxis in integrierten Praxisteilen oder Praktika vermittelt, gesamthaft 220 Tage (Art. 6 Abs. 2).
Ein solcher Weg ist die Informatikmittelschule. Im Kanton Aargau zum Beispiel dauert sie drei Jahre Vollzeitschule, danach folgt ein einjähriges Praktikum im Betrieb. Der Abschluss ist das EFZ Informatikerin/Informatiker in der Fachrichtung Applikationsentwicklung zusammen mit einer Berufsmaturität. Welche Kantone eine IMS anbieten und mit welchem Typ Berufsmaturität, unterscheidet sich. Informiere dich beim Kanton oder bei der Schule.
Praktikum: wann sinnvoll?
Ein Praktikum ist in der betrieblichen Lehre nicht vorgesehen, denn du arbeitest von Anfang an im Lehrbetrieb mit. In der IMS ist das Praxisjahr ein fester Bestandteil. Manche Jugendliche machen vor der Lehre ein Praktikum, wenn sie noch keine Lehrstelle haben. Kläre vorher, ob der Betrieb dir danach eine Lehrstelle in Aussicht stellt. Ein Praktikum ersetzt die Lehre nicht.
Der Abschluss
Am Ende der Lehre steht das Qualifikationsverfahren mit der individuellen praktischen Arbeit (IPA) im Umfang von 70 bis 90 Stunden. Zusammen mit den Erfahrungsnoten und der Allgemeinbildung ergibt sie die Gesamtnote. Alles dazu in Qualifikationsverfahren Informatiker/in EFZ und IPA für Informatiker/innen EFZ.
Wichtig zu wissen
Aufbau, Termine, Gebühren und Zulassung legt die Prüfungsträgerschaft fest und kann sie ändern. Massgebend sind die aktuelle Prüfungsordnung und Wegleitung. Dieser Ratgeber ist ein unabhängiges Lernangebot und keine Rechts- oder Steuerberatung. Die Lektionenzahlen stammen aus der Bildungsverordnung vom 19. November 2020. Kleine Verschiebungen zwischen den Lehrjahren sind nach Art. 7 Abs. 4 möglich.
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Häufige Fragen
Wie lange dauert die Lehre als Informatiker EFZ?
Vier Jahre (Art. 2 der Bildungsverordnung).
Wie viele Tage bin ich im Betrieb?
Im Durchschnitt 3,5 Tage pro Woche über die ganze Lehre.
Wie viele Lektionen hat die Berufsfachschule?
2'000 Lektionen, davon 640 im ersten und zweiten und je 360 im dritten und vierten Lehrjahr.
Was ist die IMS?
Eine schulisch organisierte Grundbildung. Im Kanton Aargau etwa drei Jahre Schule plus ein Jahr Praktikum, mit EFZ in Applikationsentwicklung und Berufsmaturität.
Kann die Lehre verkürzt werden?
Ja, für besonders befähigte oder vorgebildete Personen nach Art. 18 BBG. Darüber entscheidet die kantonale Behörde.
Quellen und weiterführende Links
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