Informatiker/in EFZ · Netzwerke · Stand
Im Handlungskompetenzbereich «Betreiben von Netzen» gehören IP-Adressen und Subnetze zum Standardstoff. Mit einem festen Rechenweg löst du jede Aufgabe in wenigen Zeilen.

IPv4-Adressen und Maske
Eine IPv4-Adresse hat 32 Bit, geschrieben als vier Zahlen von 0 bis 255, zum Beispiel 192.168.10.77. Die Subnetzmaske legt fest, welcher Teil das Netz und welcher den Host bezeichnet. Die Schreibweise /26 (CIDR) bedeutet: Die ersten 26 Bit gehören zum Netz.
| CIDR | Subnetzmaske | Adressen | Nutzbare Hosts |
|---|---|---|---|
| /24 | 255.255.255.0 | 256 | 254 |
| /25 | 255.255.255.128 | 128 | 126 |
| /26 | 255.255.255.192 | 64 | 62 |
| /27 | 255.255.255.224 | 32 | 30 |
| /28 | 255.255.255.240 | 16 | 14 |
| /30 | 255.255.255.252 | 4 | 2 |
Die Formeln
- Host-Bits = 32 minus Präfixlänge.
- Adressen im Subnetz = 2 hoch Host-Bits.
- Nutzbare Hosts = Adressen minus 2 (Netzadresse und Broadcast-Adresse).
- Blockgrösse im letzten relevanten Oktett = 256 minus Maskenwert dieses Oktetts.
Rechenbeispiel 1: Netz- und Broadcast-Adresse
Gegeben: Host 192.168.10.77/26. Gesucht: Netzadresse, Broadcast, Host-Bereich.
Schritt 1: /26 heisst Maske 255.255.255.192, Blockgrösse im vierten Oktett = 256 − 192 = 64. Schritt 2: Die Subnetze beginnen bei 0, 64, 128, 192. Schritt 3: 77 liegt zwischen 64 und 127, also Netzadresse 192.168.10.64, Broadcast 192.168.10.127. Der nutzbare Bereich ist 192.168.10.65 bis 192.168.10.126, also 62 Hosts.
Rechenbeispiel 2: Wie viele Hosts passen hinein?
Eine Abteilung hat 50 Geräte. Welches kleinste Präfix reicht? Du brauchst mindestens 52 Adressen (50 plus Netz und Broadcast). 2 hoch 6 = 64 reicht, 2 hoch 5 = 32 reicht nicht. Also 6 Host-Bits, Präfix 32 − 6 = /26. Plane zusätzlich Reserve für Wachstum ein.
Rechenbeispiel 3: Ein Netz aufteilen
Das Netz 192.168.20.0/24 soll in vier gleich grosse Subnetze geteilt werden. Für vier Subnetze brauchst du 2 zusätzliche Netz-Bits, also /26. Die Subnetze lauten dann 192.168.20.0/26, .64/26, .128/26 und .192/26. Jedes bietet 62 nutzbare Hosts.
Variable Subnetzmasken (VLSM): Verteile zuerst das grösste Subnetz, dann das nächstkleinere. So entstehen keine Überlappungen.
Private Adressbereiche und Standardgateway
Private Adressen werden im Internet nicht geroutet. Sie sind in RFC 1918 definiert:
- 10.0.0.0/8
- 172.16.0.0/12 (172.16.0.0 bis 172.31.255.255)
- 192.168.0.0/16
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Netz | 192.168.1.0/24 |
| Standardgateway | 192.168.1.1 |
| DHCP-Bereich | 192.168.1.100 bis 192.168.1.200 |
| Broadcast | 192.168.1.255 |
Das Gateway ist der Router, über den Pakete in andere Netze gelangen. Liegt es nicht im eigenen Subnetz, funktioniert die Verbindung nach aussen nicht.
IPv6 kurz erklärt
IPv6-Adressen haben 128 Bit und werden hexadezimal geschrieben, zum Beispiel 2001:db8::1. Aufeinanderfolgende Nullblöcke dürfen einmal mit :: abgekürzt werden. Ein typisches Endnetz hat das Präfix /64. Es gibt kein Broadcast, dafür Multicast.
Typische Fehler
- Netz- und Broadcast-Adresse als Hosts mitgezählt.
- Blockgrösse falsch bestimmt: 256 minus Maskenwert, nicht minus Präfix.
- Host in ein falsches Subnetz einsortiert, weil die Teilung nicht bei 0 begonnen wurde.
- Gateway ausserhalb des Subnetzes eingetragen.
Schnellmethode für den Alltag
Statt jedes Mal Binärzahlen zu schreiben, merkst du dir die Maskenwerte im Oktett: 128, 192, 224, 240, 248, 252, 254, 255. Die Blockgrösse ist 256 minus Maskenwert, also 128, 64, 32, 16, 8, 4, 2. Das Subnetz einer Adresse findest du, indem du das grösste Vielfache der Blockgrösse suchst, das kleiner oder gleich dem Oktettwert ist.
Beispiel: 10.4.37.200/21. Die Maske ist 255.255.248.0, die Blockgrösse im dritten Oktett ist 8. 37 liegt zwischen 32 und 39, also Netzadresse 10.4.32.0, Broadcast 10.4.39.255. Der Bereich umfasst 2048 Adressen, nutzbar sind 2046.
Binärdarstellung und Umrechnung
Ein Oktett besteht aus 8 Bit mit den Werten 128, 64, 32, 16, 8, 4, 2, 1. Die Dezimalzahl ergibt sich durch Addieren der gesetzten Bits.
| Dezimal | Binär | Rechnung |
|---|---|---|
| 192 | 11000000 | 128 + 64 |
| 77 | 01001101 | 64 + 8 + 4 + 1 |
| 255 | 11111111 | alle Bits gesetzt |
Netzadresse = IP-Adresse UND Subnetzmaske, bitweise. Beim Beispiel 192.168.10.77 UND 255.255.255.192 ergibt sich im letzten Oktett 01001101 UND 11000000 = 01000000, also 64.
Zusammenspiel mit DHCP, DNS und Gateway
Ein Gerät braucht für die Kommunikation ausserhalb des eigenen Subnetzes vier Angaben: IP-Adresse, Subnetzmaske, Standardgateway und DNS-Server. DHCP verteilt diese automatisch aus einem Adresspool. Statische Adressen verwendest du für Server, Drucker und Netzwerkgeräte. Reserviere dafür einen Bereich ausserhalb des DHCP-Pools, damit es keine Adresskonflikte gibt.
Zwei Geräte im selben Subnetz sprechen direkt miteinander. Liegt das Ziel in einem anderen Subnetz, geht das Paket zum Standardgateway. Ist die Subnetzmaske falsch gesetzt, hält ein Gerät fremde Ziele für lokal und die Verbindung scheitert.
Fehlersuche in drei Schritten
- Eigene Konfiguration prüfen: Adresse, Maske und Gateway mit ipconfig oder ip a anzeigen.
- Gateway anpingen. Antwortet es nicht, liegt das Problem im lokalen Netz.
- Externe Adresse per IP anpingen und dann per Namen. Klappt die IP, aber nicht der Name, ist DNS die Ursache.
Wichtig zu wissen
Aufbau, Termine, Gebühren und Zulassung legt die Prüfungsträgerschaft fest und kann sie ändern. Massgebend sind die aktuelle Prüfungsordnung und Wegleitung. Dieser Ratgeber ist ein unabhängiges Lernangebot und keine Rechts- oder Steuerberatung.
Kostenlos testen
Informatiker/in EFZ: 1'536 Übungsfragen mit Erklärung
20 Fragen pro Themenbereich und das erste Theoriekapitel, ohne Karte und ohne Anmeldung als Gast.
Häufige Fragen
Warum minus 2 bei den Hosts?
Die erste Adresse ist die Netzadresse, die letzte die Broadcast-Adresse. Beide kannst du keinem Gerät zuweisen.
Was bedeutet /24?
Die ersten 24 Bit gehören zum Netz, das entspricht der Maske 255.255.255.0.
Wie viele Hosts hat ein /30?
Zwei nutzbare Hosts. Es wird oft für Punkt-zu-Punkt-Verbindungen verwendet.
Ist Subnetting in der Prüfung wichtig?
Es gehört zum Thema Betreiben von Netzen. Was in deinem Verfahren geprüft wird, steht in den Unterlagen deiner Berufsfachschule.
Quellen und weiterführende Links
Weitere Ratgeber
Informatiker/in EFZ · Lohn · Prüfung verstehen
Informatiker EFZ Lohn: Lehrlingslohn und Lohn nach der Lehre
Informatiker EFZ Lohn: Lehrlingslohn pro Lehrjahr laut berufsberatung.ch und EHB, was die BFS-Lohnstatistik zeigt und was den Einstiegslohn bestimmt.
WeiterlesenInformatiker/in EFZ · Fachrichtungen · Prüfung verstehen
Informatiker EFZ Fachrichtungen: Applikations- oder Plattformentwicklung
Informatiker EFZ Fachrichtungen: Applikations- und Plattformentwicklung im Vergleich, Kompetenzen, IPA und was aus Systemtechnik und Betriebsinformatik wurde.
Weiterlesen