Sozial­versicherungs-Fachleute: die Prüfungsfächer und was darin verlangt wird

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Sozialversicherungs-Fachleute · Prüfungsfächer · Stand

Bei den Sozialversicherungs-Fachleuten besteht die Prüfung aus zehn Prüfungsteilen. Jeder Teil hat seinen eigenen Stoff, seine Dauer und manchmal einen mündlichen Teil. Wer weiss, wie sich die Fächer unterscheiden, kann seine Lernzeit gezielt verteilen.

Erwachsene lernen im Kurs, ein Teilnehmer meldet sich

Warum einzelne Fächer?

Die Sozialversicherung besteht aus vielen eigenen Gesetzen mit eigener Logik. Die Prüfung folgt dieser Gliederung, jeder Teil erhält eine eigene Note.

Die Teile 1 bis 5 werden im ersten Abschnitt geprüft, die Teile 6 bis 10 im zweiten (2026: Ende Juni und Ende September). Ungenügende Teile wiederholst du später einzeln (Ziff. 6.52 PO).

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Fragen mit Lösungen

Die Fächer im Überblick

Fächer, Gesetze und was typischerweise verlangt wird
FachHauptgesetzTypische Aufgaben
AHVAHVGVersicherteneigenschaft, Beiträge, Rentenarten, Rentenberechnung
IVIVGEingliederung vor Rente, Invaliditätsgrad, Rentenstufen
UVUVGBerufs- und Nichtberufsunfall, Taggeld, Integritätsentschädigung
KVKVGObligatorium, Franchise, Selbstbehalt, Prämienverbilligung
BVBVGEintrittsschwelle, Koordination, Freizügigkeit, WEF
Soziale SicherheitmehrereDrei-Säulen-System, Prinzipien, Zusammenspiel
ALVAVIGAnspruchsvoraussetzungen, Rahmenfrist, Kurzarbeit, Insolvenzentschädigung
EO, Mutterschaft, FamZ, MVEOG, FamZG, MVGEntschädigungen, Zulagen, Zuständigkeiten
Recht und KoordinationATSGVerfahren, Einsprache, Fristen, Überentschädigung
EL und SozialhilfeELG, kantonalAnspruch, Berechnung, Subsidiarität, Gespräch

Soziale Sicherheit: schriftlich und mündlich

Hier geht es um das Gesamtbild: die drei Säulen, die Finanzierung, die Grundsätze und das Zusammenspiel der Zweige. Die schriftliche Prüfung dauert 60 Minuten, dazu kommt ein mündlicher Teil von 20 Minuten.

Wer in einem einzelnen Zweig arbeitet, hat hier oft die grösste Lücke. Lerne deshalb die Abgrenzungen: Welche Versicherung zahlt bei Krankheit, welche bei Unfall, welche bei Invalidität?

AHV, IV, UV, KV, BV und ALV: je 80 Minuten

Für diese sechs Teile sieht die Prüfungsordnung je 80 Minuten vor. Das ist viel Zeit für Fallfragen. Wer die Rechenschritte sicher kann, hat Luft für die Rechtsfragen.

Für die AHV lohnt sich das Üben der Beitragsberechnung, siehe AHV-Beiträge berechnen. Bei der ALV sind Rahmenfrist und Beitragszeit die häufigsten Stolpersteine.

Recht und Koordination: kurz, aber überall relevant

Recht und Koordination werden je 40 Minuten schriftlich geprüft und zu einer Teilnote gemittelt. Der Stoff steckt in jedem anderen Fach: Das ATSG regelt für fast alle Zweige das Verfahren (Verfügung, Einsprache, Beschwerde), die Fristen und die Koordination von Leistungen. Wer hier sicher ist, macht in den anderen Fächern weniger Fehler.

Typisch sind Fragen zu Grundsätzen wie dem Untersuchungsgrundsatz, der Verhältnismässigkeit oder dem rechtlichen Gehör.

EL und Sozialhilfe: Gespräch und Berechnung

Die Ergänzungsleistungen werden 60 Minuten schriftlich geprüft, die Sozialhilfe mündlich. Der mündliche Teil dauert 20 Minuten und enthält eine anspruchsvolle Gesprächssituation, in der du mit einer schwierigen Lage umgehen musst.

Übe die Gesprächssituation laut. Schriftlich kennst du die Prinzipien (Subsidiarität, Individualisierung, SKOS-Richtlinien), mündlich musst du sie freundlich und klar erklären.

EO/FamZ, MV und Hilfsmittel

EO, Mutterschaft und Familienzulagen sowie die Militärversicherung werden je 40 Minuten schriftlich geprüft und zu einer Teilnote gemittelt. Ist der Durchschnitt ungenügend, wiederholst du beide Prüfungen.

In den schriftlichen Prüfungen sind laut Hilfsmittelliste 2026 alle berufsbezogenen Unterlagen erlaubt (Gesetze, Fachliteratur, Kursunterlagen, auch mit persönlichen Anmerkungen) sowie ein nicht programmierbarer Taschenrechner ohne Netzanschluss. Prüfe die Liste für dein Prüfungsjahr.

Typische Aufgabenarten

Bei Fallaufgaben hilft eine feste Reihenfolge: Wer ist versichert? Was ist passiert? Welche Leistung kommt in Frage? Wie wird sie berechnet? Wer entscheidet in welchem Verfahren?

  • Wissensfragen mit Auswahlantworten zu Definitionen und Fristen
  • Rechenaufgaben zu Beiträgen, Renten, Taggeldern und Lohn
  • Fallaufgaben: Versicherteneigenschaft, Versicherungsfall, Leistung, Berechnung, Verfahren
  • Mündliche Fragen und Gesprächssituationen

Wie weiter?

Den Überblick zur Prüfung gibt der Hauptratgeber. Den Wochenplan findest du in Lernplan und typische Fehler.

Wichtig zu wissen

Aufbau, Termine, Gebühren und Zulassung legt die Prüfungsträgerschaft fest und kann sie ändern. Massgebend sind die aktuelle Prüfungsordnung und Wegleitung. Dieser Ratgeber ist ein unabhängiges Lernangebot und keine Rechts- oder Steuerberatung.

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Häufige Fragen

Kann ich die Fächer in beliebiger Reihenfolge ablegen?

Nein. Die Teile 1 bis 5 bilden den ersten, die Teile 6 bis 10 den zweiten Abschnitt im gleichen Prüfungsjahr. Einzeln wiederholt werden nur ungenügende Teile.

Gibt es in jedem Fach eine mündliche Prüfung?

Nein. Bestätigt sind mündliche Teile bei Soziale Sicherheit und bei Sozialhilfe.

Welches Fach gilt als schwierig?

Das hängt von deiner Berufspraxis ab. Wer nur im Bereich AHV arbeitet, tut sich oft mit BV und UV schwerer.

Sind Gesetzestexte erlaubt?

Ja. In den schriftlichen Prüfungen sind laut Hilfsmittelliste 2026 alle berufsbezogenen Unterlagen erlaubt, auch mit persönlichen Anmerkungen.

Quellen und weiterführende Links

Weiter mitSozialversicherungsfachfrau Lohn: was der Fachausweis bringt und wovon er abhängt

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