Wirtepatent Prüfungsfragen: so übst du für die Wirteprüfung

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Wirtepatent · Prüfungsfragen · Stand

Wirtepatent Prüfungsfragen sind meist kurze Fälle aus dem Betriebsalltag: Hygiene, Alkoholabgabe, Arbeitsrecht und Kalkulation. Wie gefragt wird, hängt vom Kanton ab. Hier siehst du die Formate, wo es offizielle Übungsfragen gibt, drei Beispielfragen und wie du eine Probeprüfung sinnvoll nutzt.

Wie die Wirteprüfung fragt

Es gibt keine schweizweit einheitliche Wirteprüfung. Format, Dauer und Bestehensregel legt jeder Kanton fest. Diese Formate sind amtlich bestätigt:

Prüfungsformate im Vergleich (Stand November 2026)
PrüfungFormatBestehen
Basel-Stadt70 Fragen, 90 Minuten, keine Hilfsmittel60 % richtig in jedem Prüfungsfach
Aargau4 Fächer, je 90 Minuten schriftlichSchnitt mindestens 4.0, höchstens ein Fach unter 4, keines unter 3
Luzern6 Bereiche, je höchstens 30 Minuten, schriftlich oder mündlichalle Fächer mindestens Note 4
G1 ZertifikatsprüfungFallstudie mit etwa 15 bis 20 Aufgabengemäss Reglement GastroSuisse
Wissen direkt prüfen26 kostenlose Fragen mit Lösungen und Erklärungen, direkt lesbar und ohne Anmeldung.
Fragen mit Lösungen

Offizielle Übungsfragen

Der Kanton Basel-Stadt stellt einen Übungsfragenkatalog mit separatem Lösungsdokument bereit. Er ist in vier Teile gegliedert: Lebensmittelrecht und Hygiene, Schutz vor Passivrauchen, Jugendschutz und Alkoholgesetz sowie L-GAV, Arbeitsrecht und Sozialversicherungen. Die Fragen haben vier Antwortmöglichkeiten.

Auch wenn du in einem anderen Kanton antrittst, ist der Katalog eine gute Probe für Lebensmittelrecht, Jugendschutz und Arbeitsrecht. Kantonale Besonderheiten, etwa Öffnungszeiten oder Bewilligungsarten, lernst du aber aus den Unterlagen deines Kantons. Mehr zur Basler Prüfung im Ratgeber Wirtepatent Basel.

Typische Fragetypen

  • Fallfrage Hygiene: Ein Protokoll wird nachgetragen, ein Kühlschrank ist zu warm, ein Gast fragt nach Allergenen. Gefragt ist das richtige Vorgehen.
  • Jugendschutz und Alkohol: Abgabe an Jugendliche, an Betrunkene, bei Lieferungen. Hier gibt es feste Altersgrenzen und klare Verbote.
  • Arbeitsrecht und L-GAV: Ferien, Probezeit, Ruhezeiten, Lohn bei Krankheit.
  • Rechnen: Kalkulationsfaktor, Wareneinsatz, MWST. Siehe Kalkulationsfaktor berechnen.
  • Kantonales Recht: Bewilligungsarten, Schliessungszeiten, Pflichten der verantwortlichen Person.

Ist die Wirteprüfung schwer?

Eine offizielle Durchfallquote veröffentlichen die Kantone, die wir geprüft haben, nicht. Die Schwierigkeit hängt vor allem vom Umfang ab. In Basel-Stadt werden seit 2020 zwei Themenblöcke geprüft, im Aargau und in Basel-Landschaft auch Buchführung und Steuern. Der Regierungsrat Basel-Landschaft hält fest, dass die Prüfung mit entsprechenden Kenntnissen an einem einzigen Tag abgelegt werden kann.

Schwierig wird es meist nicht wegen einzelner Fragen, sondern wegen der Breite des Stoffs. Wer regelmässig übt, ist im Vorteil.

So nutzt du eine Probeprüfung

  • Simuliere die echte Zeit: In Basel-Stadt sind es knapp 77 Sekunden pro Frage.
  • Löse ohne Hilfsmittel, wenn auch die Prüfung keine erlaubt.
  • Werte nach Themen aus, nicht nur nach Gesamtpunkten. In Basel-Stadt musst du jedes Fach einzeln bestehen.
  • Wiederhole falsch beantwortete Fragen nach zwei bis drei Tagen.
  • Mache die letzte Probe eine Woche vor der Prüfung, damit du noch Lücken schliessen kannst.

Fallen in Single-Choice-Fragen

Lies immer alle vier Antworten. Oft sind zwei plausibel, aber nur eine passt genau zum Fall. Achte auf Wörter wie «immer», «nie» oder «nur». Sie machen eine Aussage häufig falsch. Und wenn eine Antwort ein Problem auf später verschiebt, ist sie bei Hygiene- und Jugendschutzfragen selten richtig.

Weitere Fehler aus den Prüfungsfragen und einen Wochenplan findest du im Lernplan und typische Fehler. Den Überblick über alle Prüfungswege gibt der Hauptratgeber Wirtepatent.

Wichtig zu wissen

Aufbau, Termine, Gebühren und Zulassung legt die Prüfungsträgerschaft fest und kann sie ändern. Massgebend sind die aktuelle Prüfungsordnung und Wegleitung. Dieser Ratgeber ist ein unabhängiges Lernangebot und keine Rechts- oder Steuerberatung.

Selbsttest

Beantworte die Fragen im Kopf und öffne dann die Lösung.

Aufgabe 1

Am Monatsende trägt der Wirt des «Gasthofs Sonne» alle fehlenden Felder im Temperaturprotokoll des Kühlraums mit «in Ordnung» nach, ohne gemessen zu haben. Wie ist das zu beurteilen?

  1. Das ist zulässig, solange die Werte plausibel sind und der Wirt die Felder am Ende des Monats gesammelt unterzeichnet
  2. Das ist zulässig, weil die Behörde nur das Vorhandensein eines Protokolls und nicht dessen Inhalt kontrollieren darf
  3. Das ist zulässig, wenn die Temperatur am Kühlraum digital angezeigt wird und deshalb jederzeit sichtbar ist
  4. Nachträgliche Einträge ohne Messung entwerten die Dokumentation; Kontrollen sind zeitnah durchzuführen und festzuhalten
Lösung anzeigen

Richtig: D. Die Dokumentation der Selbstkontrolle muss echte, zeitnah erhobene Werte enthalten. Nachgetragene Einträge zeigen keine Kontrolle und führen bei der Inspektion zu Beanstandungen.

Aufgabe 2

Das Restaurant Bergblick bietet einen Lieferdienst an. Ein Kunde bestellt über die Website eine Flasche Spirituosen und gibt im Formular als Geburtsjahr 1990 an. Was gilt bei der Auslieferung?

  1. Der Kurier muss bei der Übergabe das Alter der empfangenden Person prüfen, weil die Altersangabe im Formular allein keinen Nachweis bildet
  2. Eine Kontrolle ist nicht nötig, weil die Angabe im Bestellformular als verbindlicher Nachweis des Alters des Bestellers gilt
  3. Eine Kontrolle ist nicht nötig, weil die Altersgrenzen nur für die Abgabe im Lokal und nicht für Lieferungen gelten
  4. Die Kontrolle ist nur nötig, wenn der Betrieb die Ware vor Ort übergibt, bei Zustellung durch Dritte entfällt sie
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Richtig: A. Die Altersgrenzen gelten für jede Abgabe, auch per Lieferdienst. Weil das Online-Formular kein Nachweis ist, wird das Alter bei der Übergabe kontrolliert.

Aufgabe 3

Das Hotel Rigiblick will die vier Ferienwochen der Mitarbeiterin Nora Steiner auf einzelne Tage verteilen und ihr nie mehr als vier Tage am Stück geben. Was gilt?

  1. Die Aufteilung ist frei, solange insgesamt vier Wochen bezogen werden
  2. Mindestens zwei Ferienwochen pro Jahr müssen zusammenhängend gewährt werden
  3. Mindestens drei Ferienwochen pro Jahr müssen zusammenhängend gewährt werden
  4. Es genügt eine zusammenhängende Woche, die übrigen drei Wochen können tageweise bezogen werden
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Richtig: B. Mindestens zwei Ferienwochen pro Jahr müssen zusammenhängen (Art. 329c OR). Den Zeitpunkt bestimmt der Arbeitgeber unter Rücksicht auf die Wünsche der Mitarbeiterin.

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Häufige Fragen

Wo finde ich offizielle Prüfungsfragen zum Wirtepatent?

Der Kanton Basel-Stadt veröffentlicht einen Übungsfragenkatalog mit Lösungen auf bs.ch. Andere Kantone geben den Prüfungsstoff in Merkblättern oder Verordnungen an.

Wie viele Fragen hat die Wirteprüfung?

Das hängt vom Kanton ab. In Basel-Stadt sind es 70 Fragen in 90 Minuten. Im Aargau dauert jedes der vier Fächer 90 Minuten.

Ist die Wirteprüfung schwer?

Eine offizielle Durchfallquote ist nicht veröffentlicht. Der Stoff ist breit, aber mit regelmässigem Üben gut machbar.

Sind die Fragen Multiple Choice?

Der Basler Übungskatalog arbeitet mit vier Antwortmöglichkeiten. In Luzern kann die Kommission auch mündlich prüfen, bei G1 gibt es eine Fallstudie.

Wie viele Probeprüfungen sollte ich machen?

Mindestens zwei vollständige unter Prüfungsbedingungen: eine in der Mitte der Vorbereitung und eine etwa eine Woche vor der Prüfung.

Quellen und weiterführende Links

Weiter mitWirtepatent: Lernplan für 8 Wochen und typische Fehler

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