Immobilien­bewirtschafter: Lernplan und typische Fehler neben dem Job

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Immobilienbewirtschafter · Lernplan · Stand

Die Prüfung ist breit und praxisnah. Wer täglich Liegenschaften verwaltet, kennt vieles, aber nicht immer die gesetzliche Begründung. Dieser Beitrag zeigt dir einen Lernplan für Berufstätige und die Fehler, die in den Übungsfragen am häufigsten auftreten.

Frau lernt im Café mit Buch und Laptop

Grundregeln fürs Lernen

  • Lerne in festen Blöcken, zum Beispiel dreimal 90 Minuten unter der Woche und zwei Stunden am Wochenende.
  • Verbinde jede Regel mit dem Gesetzesartikel und einem Beispiel aus der Praxis.
  • Schreibe regelmässig ganze Antworten, nicht nur Stichworte. Die grossen Prüfungsteile verlangen Text.
  • Führe eine Fehlerliste mit Begründung.
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Fragen mit Lösungen

Zwölf-Wochen-Plan

Plan bei etwa 6 bis 8 Stunden pro Woche
WocheThemenÜbung
1 bis 2Mietvertrag, Anfangsmietzins, Mängel, HinterlegungÜbungsfragen Mietrecht
3Mietzins, Referenzzinssatz, NebenkostenRechenaufgaben
4Kündigung, Fristen, Erstreckung, SchlichtungFallaufgaben
5 bis 6Stockwerkeigentum, Reglement, BeschlüsseKostenverteilung rechnen
7 bis 8Bewirtschaftung, Budget, Debitoren, UnterhaltFall schreiben
9Bauliche Kenntnisse, Haustechnik, Bauschäden, EnergieÜbungsfragen
10Personalführung, Steuern, Finanzen, VertragsrechtÜbungsfragen
11Fallaufgaben und MündlichesProbedurchläufe
12Wiederholung, FehlerlisteKein neuer Stoff

Typische Fehler im Mietrecht

Diese Fehler erscheinen in den Erklärungen der Übungsfragen immer wieder. Vertiefung unter Mietzinserhöhung und Referenzzinssatz.

  • Kündigungsandrohung auf dem Erhöhungsformular für zulässig halten: Die Erhöhung ist nichtig (Art. 269d OR), nicht bloss aufgeschoben.
  • Erstreckungsdauer falsch angeben: Bei Wohnräumen höchstens vier, bei Geschäftsräumen höchstens sechs Jahre (Art. 272b OR). Bei Wohnräumen sind höchstens zwei Erstreckungen möglich.
  • Teuerung auf das ganze Gebäudekapital rechnen statt nur auf das risikotragende Kapital und nur zu 40 Prozent
  • Prozentsatz auf den Bruttomietzins anwenden

Typische Fehler im Stockwerkeigentum

Einzelheiten stehen unter Stockwerkeigentum, Wertquoten und Beschlüsse.

  • Wertquoten durch Mehrheitsbeschluss ändern wollen: Es braucht die Zustimmung aller unmittelbar Beteiligten und die Genehmigung der Versammlung, sonst bleibt nur der Anspruch auf Berichtigung (Art. 712e ZGB).
  • Kosten für gemeinschaftliche Teile nach Köpfen oder Wohnfläche verteilen: Ohne abweichende Regel gilt die Wertquote (Art. 712h ZGB).
  • Den Verwalter als Vertreter jedes einzelnen Eigentümers sehen: Er vertritt die Gemeinschaft im Rahmen seiner Befugnisse.

Typische Fehler bei Bau und Technik

  • Bei einem alten Flachdach mit teilweisen Schäden sofort ganz erneuern oder jede Stelle flicken, ohne Zustandsanalyse. Zuerst wird der Zustand des gesamten Daches beurteilt, dann zwischen Teilreparatur und Gesamterneuerung entschieden.
  • Schimmel nach dem Fensterersatz auf die Fenster selbst schieben: Meist ist die dichte Hülle die Ursache. Die Feuchte entweicht nicht mehr über Fugen, und ohne angepasstes Lüftungsverhalten kondensiert sie an Wärmebrücken.
  • Die Heizkurve missverstehen: Sie legt die Vorlauftemperatur in Abhängigkeit von der Aussentemperatur fest. Eine zu steile Kurve verschwendet Energie, eine zu flache führt zu kühlen Räumen.

Typische Fehler bei den grossen Teilen

  • Antworten ohne Rechtsgrundlage
  • Rechenweg weglassen
  • Keine Empfehlung an die Eigentümerschaft formulieren
  • Zeit schlecht einteilen und die letzten Aufgaben unvollständig lassen
  • Im Rollenspiel Rechtslage und Menschlichkeit gegeneinander ausspielen statt zu verbinden

Die letzte Woche

  • Fehlerliste und Fristen wiederholen: Anfechtung 30 Tage, Mitteilung 10 Tage, Erstreckung vier und sechs Jahre.
  • Mindestens einen Fall unter echter Zeit schreiben.
  • Ein Rollenspiel mit einer Partnerin oder einem Partner durchgehen.
  • Unterlagen, Ausweis und erlaubte Hilfsmittel prüfen.
  • Ausgeruht anreisen.

Fristen auf einen Blick

Fristen sind ein Dauerthema in Fallaufgaben. Hier die wichtigsten, die du sicher beherrschen solltest.

Wichtige Fristen
ThemaFristRechtsgrundlage
Anfechtung einer Mietzinserhöhung30 Tage nach EmpfangArt. 270b OR
Mitteilung einer Erhöhungmindestens 10 Tage vor Beginn der KündigungsfristArt. 269d OR
Anfechtung des Anfangsmietzinses30 Tage nach ÜbernahmeArt. 270 OR
Anfechtung einer Kündigung und Erstreckungsbegehren30 Tage nach Erhalt der KündigungArt. 273 OR
Höchstdauer der Erstreckung4 Jahre Wohnräume, 6 Jahre GeschäftsräumeArt. 272b OR
Anfechtung eines Beschlusses im Stockwerkeigentum1 MonatArt. 75 ZGB
Pfandrecht für BeiträgeBeiträge der letzten 3 JahreArt. 712i ZGB

Lernmethoden für die grossen Teile

  • Schreibe pro Woche zwei ganze Fallantworten nach dem Schema Sachverhalt, Frage, Regel, Anwendung, Ergebnis, Empfehlung.
  • Rechne Nebenkostenabrechnungen und Wertquotenverteilungen mit Beispieldaten selbst durch.
  • Lies Mietverträge, Reglemente und Abrechnungen aus deinem Alltag mit dem Blick der Prüfung.
  • Erkläre jemandem laut eine Rechtsregel mit einem Beispiel. Wer es erklären kann, hat es verstanden.

Wiederholung und Kontrolle

Setze alle zwei Wochen einen Kontrolltag an. Löse an diesem Tag eine Mischung aus Mietrecht, Stockwerkeigentum, Bau und Bewirtschaftung unter Zeitdruck. So merkst du früh, bei welchem Thema dir Sicherheit fehlt. Besonders hilfreich ist ein kurzer Bericht an dich selbst: Was lief gut, was lasse ich aus, wo verliere ich Zeit?

Wichtig zu wissen

Aufbau, Termine, Gebühren und Zulassung legt die Prüfungsträgerschaft fest und kann sie ändern. Massgebend sind die aktuelle Prüfungsordnung und Wegleitung. Dieser Ratgeber ist ein unabhängiges Lernangebot und keine Rechts- oder Steuerberatung.

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Häufige Fragen

Wie viele Wochen soll ich lernen?

Mit Praxiserfahrung acht bis zehn Wochen, sonst bis zwölf Wochen, bei 6 bis 8 Stunden pro Woche.

Soll ich Gesetzestexte auswendig lernen?

Nicht den Wortlaut, aber die wichtigsten Artikelnummern, Fristen und Mehrheiten. Prüfe, welche Hilfsmittel die Wegleitung erlaubt.

Wie übe ich die grossen Fallaufgaben?

Schreibe regelmässig ganze Antworten mit Rechtsgrundlage und Rechenweg und lasse sie wenn möglich korrigieren.

Wo finde ich die aktuelle Prüfungsordnung?

Bei der Schweizerischen Fachprüfungskommission der Immobilienwirtschaft (SFPKIW) auf sfpkiw.ch. Trägerorganisationen sind SVIT Schweiz und USPI.

Quellen und weiterführende Links

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