Marketingfachmann Ausbildung: Der Weg zum eidg. Fachausweis

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Marketingfachleute · Ausbildung · Stand

Die Ausbildung zum Marketingfachmann ist keine Lehre, sondern eine Weiterbildung der höheren Berufsbildung, die mit einer eidgenössischen Berufsprüfung abschliesst. Du lernst meist berufsbegleitend und legst danach die Prüfung ab. Hier siehst du Schritt für Schritt, wie der Weg aussieht und was du dafür brauchst.

Weiterbildung, nicht Lehre: kein EFZ

Wer nach «Marketingfachmann EFZ» sucht, findet keinen solchen Lehrberuf. Der Titel «Marketingfachmann/Marketingfachfrau mit eidgenössischem Fachausweis» ist ein Abschluss der höheren Berufsbildung (Tertiärstufe B). Ein EFZ ist im Gegenteil eine der möglichen Voraussetzungen, um zur Prüfung zugelassen zu werden.

Wer noch keine Grundbildung hat, startet also mit einer Lehre oder einer Schule auf Sekundarstufe II und sammelt danach Praxis im Marketing.

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Voraussetzungen für die Prüfung

Nach Ziffer 3.3 der Prüfungsordnung vom 31. Oktober 2017 gibt es zwei Wege zur Zulassung:

  • EFZ einer mindestens dreijährigen Grundbildung, Diplom einer Handels-, Diplom- oder Fachmittelschule oder Maturität (alle Profile) und mindestens zwei Jahre einschlägige Berufspraxis.
  • EBA einer mindestens zweijährigen Grundbildung und mindestens drei Jahre einschlägige Berufspraxis.

Die Berufspraxis muss zum Zeitpunkt der Zulassung vorliegen. Bei unklarem Werdegang bietet Marketing Education eine Vorabklärung für CHF 100 an (Bearbeitung etwa 2 bis 4 Wochen).

Der Weg in fünf Schritten

  • 1. Zulassung prüfen: Abschluss und Berufspraxis mit der Prüfungsordnung vergleichen.
  • 2. Vorbereitung wählen: Kurs an einer Schule, Blended Learning oder Selbststudium.
  • 3. Lernen: Grundlagen, Fallstudien, Postkorb und mündliche Teile üben.
  • 4. Anmelden: online bei Marketing Education innerhalb der Anmeldefrist.
  • 5. Prüfung ablegen: schriftlich und mündlich, danach Notenausweis und Fachausweis.

Wie lange dauert die Ausbildung?

berufsberatung.ch nennt für die Vorbereitung eine Dauer von rund 1,5 Jahren, in der Regel berufsbegleitend in Modulen. Die genaue Dauer hängt vom gewählten Kurs ab. Die Prüfung selbst findet einmal im Jahr statt: Für 2027 sind die schriftlichen Prüfungen am 8. und 9. März in Basel und die mündlichen vom 31. März bis 7. April in Luzern angesetzt.

Die Anmeldung für 2027 lief vom 15. Juli bis 20. September 2026, mit Nachmeldung gegen Zuschlag bis 11. Oktober 2026. Wer jetzt startet, plant also auf die Prüfung 2028 hin und prüft die Fristen auf marketing-education.ch.

Kurs, Blended Learning oder Selbststudium

Ein Vorbereitungskurs ist keine Pflicht. Die Prüfungsordnung verlangt nur die Zulassungsbedingungen. Die meisten Kandidierenden besuchen trotzdem einen Kurs, weil Fallstudien und mündliche Teile Rückmeldung brauchen.

Formen der Vorbereitung
FormPasst zuAchte auf
PräsenzkursAustausch in der Klasse, feste StrukturAnreise, Abende oder Samstage
Blended Learningwenig Zeit, unregelmässige ArbeitszeitenSelbstdisziplin zwischen den Präsenztagen
Selbststudiumviel Vorwissen aus der Praxiskein Bundesbeitrag ohne Kurs, wenig Feedback

Kosten und Bundesbeiträge

Die Prüfungsgebühr beträgt laut Marketing Education CHF 2'500 (Prüfung 2027). Dazu kommen die Kurskosten, die je nach Anbieter stark variieren. Der Bund erstattet 50 Prozent der anrechenbaren Kursgebühren, höchstens CHF 9'500, wenn du die Prüfung absolvierst, unabhängig vom Ergebnis. Mehr dazu im Beitrag Bundesbeiträge für den Vorbereitungskurs.

Was du in der Ausbildung lernst

Die Wegleitung beschreibt acht Handlungsfelder. Die ersten fünf teilen sich die Marketing- und die Verkaufsfachleute, die letzten drei sind marketingspezifisch.

  • Selbst- und Projektmanagement betreiben
  • Analysen vornehmen
  • Marktleistung realisieren
  • Kommunikation gestalten
  • Distribution gestalten
  • Konzepte erstellen
  • Digitales Marketing betreuen
  • Kommunikationsinstrumente realisieren

Wie die Prüfung diese Inhalte abfragt, erklärt Fallstudie, Postkorb und mündliche Teile. Den Gesamtüberblick findest du unter Marketingfachleute: Prüfung, Zulassung, Kosten.

Typische Stolpersteine auf dem Weg

  • Die Praxis zählt erst, wenn sie einschlägig ist: Reine Sachbearbeitung ohne Marketingbezug kann zu Rückfragen führen. Lass dir deine Aufgaben im Arbeitszeugnis konkret bestätigen.
  • Die Anmeldefrist liegt rund ein halbes Jahr vor der Prüfung. Wer sie verpasst, wartet ein ganzes Jahr oder zahlt in der Nachmeldefrist CHF 250 Zuschlag.
  • Ein Rücktritt ist ohne entschuldbaren Grund nur bis acht Wochen vor Prüfungsbeginn möglich.
  • Viele unterschätzen die mündlichen Teile. Präsentation, Fachgespräch und erfolgskritische Situationen brauchen eigenes Training.
  • Wer den Kurs vor der Prüfung abbricht, verliert den Anspruch auf den Bundesbeitrag, weil dieser erst nach dem Prüfungsbesuch ausbezahlt wird.

Wichtig zu wissen

Aufbau, Termine, Gebühren und Zulassung legt die Prüfungsträgerschaft fest und kann sie ändern. Massgebend sind die aktuelle Prüfungsordnung und Wegleitung. Dieser Ratgeber ist ein unabhängiges Lernangebot und keine Rechts- oder Steuerberatung.

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Häufige Fragen

Gibt es einen Marketingfachmann EFZ?

Nein. Marketingfachmann ist ein eidgenössischer Fachausweis der höheren Berufsbildung. Ein EFZ ist eine mögliche Voraussetzung für die Zulassung.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Marketingfachmann?

Die Vorbereitung dauert meist rund 1,5 Jahre berufsbegleitend. Die Prüfung findet einmal jährlich statt.

Kann ich ohne Kurs zur Prüfung?

Ja. Massgebend sind nur die Zulassungsbedingungen. Ohne Kurs gibt es allerdings keinen Bundesbeitrag an Kurskosten.

Wie viel Berufspraxis brauche ich?

Mit EFZ, Mittelschuldiplom oder Matura mindestens zwei Jahre einschlägige Praxis, mit EBA mindestens drei Jahre.

Ist die Ausbildung auch auf Französisch möglich?

Die Prüfung kann laut Prüfungsordnung auf Deutsch, Französisch oder Italienisch abgelegt werden.

Quellen und weiterführende Links

Weiter mitMarketingfachmann BP, FA, eidg.: Titel und Abkürzungen erklärt

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