Deckungsbeitrag und Break-even im Gastgewerbe berechnen

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Finanzen · Rechnen · Stand

Im Modul Finanzen und in der Fallstudie musst du zeigen, dass du aus Zahlen Entscheidungen ableiten kannst. Der Deckungsbeitrag und der Break-even gehören zu den wichtigsten Werkzeugen. Mit einem durchgerechneten Beispiel siehst du, wie sich Preis, Kosten und Menge gegenseitig beeinflussen.

Gastwirt rechnet im Büro mit Taschenrechner und Laptop

Fixe und variable Kosten

Variable Kosten entstehen mit jedem verkauften Gericht, vor allem der Wareneinsatz. Fixe Kosten fallen unabhängig von der Menge an, zum Beispiel Pacht, Grundlöhne, Versicherungen und Abschreibungen. Der Unterschied ist der Ausgangspunkt jeder Break-even-Rechnung.

Die Zuordnung ist nicht immer eindeutig. Aushilfslöhne, die sich nach dem Gästeaufkommen richten, können teilweise variabel sein. In der Prüfung steht meist in der Aufgabe, wie du die Kosten einordnen sollst.

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Fragen mit Lösungen

Der Deckungsbeitrag

Der Deckungsbeitrag eines Gerichts ist der Nettoverkaufspreis minus die variablen Kosten, die direkt mit dem Verkauf dieses Gerichts anfallen. Er zeigt, was von jedem Verkauf übrig bleibt, um die Fixkosten zu decken und einen Gewinn zu erzielen. Erst wenn die Summe aller Deckungsbeiträge die Fixkosten übersteigt, entsteht Gewinn.

Formeln
GrösseFormel
Deckungsbeitrag je EinheitNettoverkaufspreis − variable Kosten je Einheit
DeckungsbeitragsquoteDeckungsbeitrag : Nettoverkaufspreis
Break-even-MengeFixkosten : Deckungsbeitrag je Einheit
Break-even-UmsatzFixkosten : Deckungsbeitragsquote
Menge für Zielgewinn(Fixkosten + Zielgewinn) : Deckungsbeitrag je Einheit

Rechenbeispiel

Das Restaurant «Mühle» verkauft ein Mittagsmenü zu CHF 28.00 netto (ohne MWST). Der Wareneinsatz liegt bei CHF 9.00, dazu kommen CHF 0.80 variable Nebenkosten. Die Fixkosten betragen CHF 42'000 pro Monat.

Variable Kosten: 9.00 + 0.80 = CHF 9.80.

Deckungsbeitrag: 28.00 − 9.80 = CHF 18.20. Die Quote beträgt 18.20 : 28.00 = 65 Prozent.

Break-even-Menge: 42'000 : 18.20 = 2'307.7. Du brauchst also mindestens 2'308 Menüs pro Monat.

Break-even-Umsatz: 42'000 : 0.65 = CHF 64'615.

Menge immer aufrunden, weil du keine halben Menüs verkaufst. Mit 2'307 Menüs wäre der Break-even knapp noch nicht erreicht.

Was passiert, wenn sich etwas ändert?

Die Varianten zeigen, wie sich die Zahlen gegenüber dem Beispiel verschieben. Die Preisaktion zeigt die Logik, die in Prüfungen oft kommt: Sinkt der Preis bei gleichen variablen Kosten, sinkt der Deckungsbeitrag, und die Break-even-Menge steigt. Eine Aktion muss durch Mehrmengen mindestens kompensiert werden. Die höhere Pacht ändert den Deckungsbeitrag je Gericht nicht, erhöht aber den Betrag, den alle Deckungsbeiträge zusammen erreichen müssen.

Szenarien
ÄnderungDeckungsbeitragBreak-even-Menge
AusgangslageCHF 18.202'308 Menüs
Preisaktion auf CHF 25.00CHF 15.202'764 Menüs (42'000 : 15.20)
Pacht steigt, Fixkosten CHF 44'000CHF 18.20 (unverändert)2'418 Menüs
Zielgewinn CHF 6'000CHF 18.202'638 Menüs (48'000 : 18.20)

Mischkalkulation und Deckungsbeitrag

Viele Betriebe kalkulieren die Karte als Ganzes. Preissensible Artikel wie ein Mittagsmenü erhalten einen tieferen Aufschlag, Getränke einen höheren. Wichtig ist, dass das gewichtete Gesamtergebnis die Kosten deckt. Beim Deckungsbeitrag zählt also das Sortiment, nicht nur ein einzelnes Gericht.

Rechne in diesem Fall mit dem durchschnittlichen Deckungsbeitrag, gewichtet nach dem Anteil der Artikel am Umsatz.

Typische Prüfungsfallen

  • Fixkosten auf das Gericht verteilen: Der Deckungsbeitrag je Gericht hängt nur von Preis und variablen Kosten ab, nicht von der Pacht.
  • MWST im Preis lassen: Rechne immer mit dem Nettoverkaufspreis.
  • Break-even-Menge abrunden statt aufrunden.
  • Quote und Faktor verwechseln. Bei Wareneinsatzquote und Kalkulationsfaktor hilft der Ratgeber Kalkulationsfaktor berechnen.
  • Aktion ohne Mengeneffekt bewerten: Frag immer, wie viele zusätzliche Verkäufe nötig sind.

So wendest du es in der Fallstudie an

In der Fallstudie bekommst du Zahlen und eine Entscheidungsfrage, zum Beispiel ob sich eine Preisaktion oder ein neues Angebot lohnt. Rechne zuerst den Deckungsbeitrag aus, bestimme dann die Break-even-Menge und beurteile, ob die Menge realistisch ist. Halte das Ergebnis in einem Satz fest und begründe deine Empfehlung, auch mit nicht-finanziellen Argumenten wie Gästebindung und Auslastung.

Der Gesamtüberblick über die Prüfung steht im Hauptratgeber G2.

Weitere Kennzahlen im Überblick

Der Deckungsbeitrag ist ein Baustein im F&B-Controlling. Daneben begegnen dir in der Prüfung weitere Kennzahlen, die du mit den gleichen Zahlen berechnen kannst.

  • Wareneinsatzquote: Wareneinsatz geteilt durch Nettoumsatz. Im Beispiel 9.00 : 28.00 = 32.1 Prozent.
  • Personalkostenquote: Personalkosten geteilt durch Nettoumsatz. Sie zeigt, wie stark Löhne den Umsatz belasten.
  • Sicherheitsmarge: Wie weit liegt der erwartete Umsatz über dem Break-even-Umsatz? Bei einem Umsatz von CHF 80'000 und einem Break-even von CHF 64'615 beträgt die Marge etwa 19 Prozent.
  • Gewinnschwelle pro Tag: Teile die Break-even-Menge durch die Zahl der Öffnungstage, um ein Tagesziel zu erhalten.

Branchenrichtwerte für Quoten ändern sich und sind von Betrieb zu Betrieb verschieden. Nenne in der Prüfung nur Werte, die in der Aufgabe stehen oder im Lehrmittel belegt sind.

Wichtig zu wissen

Aufbau, Termine, Gebühren und Zulassung legt die Prüfungsträgerschaft fest und kann sie ändern. Massgebend sind die aktuelle Prüfungsordnung und Wegleitung. Dieser Ratgeber ist ein unabhängiges Lernangebot und keine Rechts- oder Steuerberatung.

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Häufige Fragen

Wie ist der Deckungsbeitrag definiert?

Nettoverkaufspreis minus die variablen Kosten, die direkt mit dem Verkauf anfallen. In der Gastronomie ist das vor allem der Wareneinsatz.

Wie berechne ich die Break-even-Menge?

Fixkosten geteilt durch den Deckungsbeitrag je Einheit. Das Ergebnis rundest du auf.

Warum steigt der Break-even bei einer Preisaktion?

Weil der Deckungsbeitrag je Einheit sinkt. Es braucht mehr verkaufte Einheiten, um dieselben Fixkosten zu decken.

Gehört die Pacht in den Deckungsbeitrag?

Nein. Die Pacht ist ein Fixkostenblock und wird erst beim Break-even berücksichtigt.

Quellen und weiterführende Links

Weiter mitG2 Prüfungsfragen: so übst du für Modulprüfungen und Fallstudie

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