G2 Prüfungsfragen: so übst du für Modulprüfungen und Fallstudie

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Gastro-Betriebsleiter · Prüfungsfragen · Stand

G2 Prüfungsfragen verbinden Zahlen, Recht und Führung mit konkreten Fällen aus dem Gastbetrieb. In den Modulprüfungen wird schriftlich geprüft, in der Abschlussprüfung kommen eine dreistündige Fallstudie und mündliche Teile dazu. Hier siehst du, wie gefragt wird, drei Beispielfragen und wie du eine Probeprüfung nutzt.

Wo im G2 gefragt wird

Prüfungsformen bei G2
PrüfungFormWas zählt
Modulprüfungenschriftlich, 2027 am 28./29. Juni und 13./14. DezemberFachwissen und Anwendung pro Modul
Fallstudieschriftlich, 180 Minuten, Gewicht 4Praxissituation verstehen, Handlungsstrategien ableiten, Fragen beantworten
Fachgesprächmündlich, 30 Minuten, Gewicht 2Analyse, Problemlösung, Varianten begründen
Prüfungsgespräch Lernreflexionmündlich, 20 Minuten, Gewicht 1Selbsteinschätzung und Reflexion
Wissen direkt prüfen26 kostenlose Fragen mit Lösungen und Erklärungen, direkt lesbar und ohne Anmeldung.
Fragen mit Lösungen

Typische Fragetypen

  • Rechnen im Betrieb: Deckungsbeitrag, Break-even, Kalkulation, Budget. Übe mit Deckungsbeitrag und Break-even.
  • Rechnungswesen: Bilanz und Erfolgsrechnung lesen, Kennzahlen deuten.
  • Recht: Arbeitsvertrag, L-GAV, Ferien, Kündigung, Mietvertrag, Kaufvertrag. Siehe Arbeitsrecht im Gastgewerbe.
  • Führung: situatives Führen, Mitarbeitergespräche, Konflikte, Ausbildung von Lernenden.
  • Marketing und Preispolitik: Zielgruppen, Angebot, Yield-Management, Online-Auftritt.
  • Betriebsorganisation: Abläufe, Qualitäts- und Umweltmanagement, Arbeitssicherheit.

So denkt die Fallstudie

Die Fallstudie gibt eine Praxissituation vor. Bewertet wird laut Prüfungsordnung neben dem Fachwissen auch, wie gut du dich organisierst, strukturierst und an eine neue Situation anpasst. Das heisst: Eine richtige Zahl allein reicht nicht. Du musst zeigen, was sie für den Betrieb bedeutet.

Ein bewährtes Schema: Situation kurz zusammenfassen, Problem benennen, Varianten abwägen, Entscheid mit Zahlen und Recht begründen. Teile die 180 Minuten vorher grob auf die Aufgaben auf und lass dir zehn Minuten Reserve für die Kontrolle.

Probeprüfung richtig einsetzen

  • Löse pro Modul eine Serie gemischter Fragen unter Zeitdruck, bevor du dich zur Modulprüfung anmeldest.
  • Werte nach Themen aus: Wo verlierst du Punkte, bei Zahlen, Recht oder Führung?
  • Simuliere die Fallstudie mindestens einmal am Stück über drei Stunden.
  • Übe das Fachgespräch laut, mit einer Kollegin oder einem Kollegen als Expertin.
  • Wiederhole falsch beantwortete Fragen nach zwei bis drei Tagen.

Häufige Fehler

Weitere Fehler und einen Wochenplan findest du im Ratgeber Lernplan und typische Fehler, den Gesamtüberblick im Hauptratgeber G2.

  • Break-even falsch interpretieren: Sinkt der Preis bei gleichen variablen Kosten, steigt die nötige Menge.
  • Bilanz und Erfolgsrechnung verwechseln.
  • Ferienanspruch von Lernenden und jungen Mitarbeitenden unterschätzen.
  • Im Fall nur eine Lösung nennen, obwohl nach Varianten gefragt ist.
  • Antworten ohne Begründung: In den mündlichen Teilen zählt die Argumentation.

Das Fachgespräch üben

Im Fachgespräch erhältst du eine konkrete berufliche Situation. Du stellst Handlungsvarianten vor, begründest dein Vorgehen und beantwortest Fragen. Bewertet werden laut Prüfungsordnung Problemlösung, Vernetzung von Inhalten, Begründung und Argumentation, Kreativität und Selbständigkeit.

Übe mit Fällen aus deinem Alltag: Ein Koch kündigt mitten in der Saison, der Wareneinsatz steigt, eine Gästebewertung ist schlecht. Nenne jeweils zwei Varianten mit Vor- und Nachteilen und entscheide dich begründet. Achte darauf, Zahlen, Recht und Führung zu verbinden, denn das ist der Kern der Prüfung.

Wichtig zu wissen

Aufbau, Termine, Gebühren und Zulassung legt die Prüfungsträgerschaft fest und kann sie ändern. Massgebend sind die aktuelle Prüfungsordnung und Wegleitung. Dieser Ratgeber ist ein unabhängiges Lernangebot und keine Rechts- oder Steuerberatung.

Selbsttest

Beantworte die Fragen im Kopf und öffne dann die Lösung.

Aufgabe 1

Ein Seehotel verlangt in einer ausgebuchten Messewoche deutlich höhere Zimmerpreise als im November, obwohl Zimmer und Service unverändert sind. Welches Prinzip steckt dahinter?

  1. Zuschlagskalkulation: Die Selbstkosten werden immer mit demselben Prozentsatz aufgeschlagen
  2. Yield-Management: Der Preis wird an die erwartete Nachfrage und die Auslastung angepasst
  3. Mischkalkulation: Tiefe Margen bei einem Produkt werden durch hohe Margen beim anderen ausgeglichen
  4. Preisanker: Ein sehr teures Angebot lässt das übrige Angebot günstiger erscheinen
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Richtig: B. Yield-Management setzt Preise nach Nachfrage, Auslastung und Buchungszeitpunkt. Bei knapper Kapazität sind höhere Preise durchsetzbar.

Aufgabe 2

Worin unterscheiden sich Bilanz und Erfolgsrechnung grundsätzlich?

  1. Die Bilanz zeigt Aufwand und Ertrag eines Jahres, die Erfolgsrechnung das Vermögen am Stichtag
  2. Die Bilanz ist freiwillig und nur für Dritte bestimmt, die Erfolgsrechnung ist dagegen für jeden Betrieb gesetzlich zwingend
  3. Die Bilanz enthält nur die Aktiven des Betriebs, die Erfolgsrechnung nur die Verbindlichkeiten
  4. Die Bilanz zeigt Vermögen und Kapital an einem Stichtag, die Erfolgsrechnung Aufwand und Ertrag einer Periode
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Richtig: D. Die Bilanz ist eine Momentaufnahme von Aktiven und Passiven. Die Erfolgsrechnung zeigt die Erträge und Aufwände eines Geschäftsjahres.

Aufgabe 3

Lernende Rahel Lüthi (18) macht im Hotel «Lac» eine Lehre als Restaurationsfachfrau EFZ. Der Betrieb gewährt 20 Ferientage pro Jahr bei einer 5-Tage-Woche. Ist das ausreichend?

  1. Ja, weil die Mindestferien nach Gesetz vier Wochen betragen und das auch für Lernende gilt.
  2. Nein, weil Lernende bis zum vollendeten 20. Altersjahr Anspruch auf mindestens fünf Wochen Ferien haben.
  3. Nein, weil Lernende mit Berufsschule immer sechs Wochen Ferien erhalten müssen, wenn sie unter 21 Jahre alt sind.
  4. Ja, weil Ferien von Lernenden mit der Schulzeit verrechnet werden dürfen und sich der Anspruch dadurch verkürzt.
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Richtig: B. Bis zum vollendeten 20. Altersjahr besteht Anspruch auf mindestens fünf Wochen Ferien. 20 Tage bei einer 5-Tage-Woche sind nur vier Wochen.

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Häufige Fragen

Gibt es offizielle G2-Musterprüfungen?

Öffentlich zugängliche Musterprüfungen haben wir bei GastroSuisse nicht gefunden. Frag bei deinem Bildungszentrum nach Übungsmaterial.

Wie lange dauert die Fallstudie?

180 Minuten, schriftlich. Sie hat das grösste Gewicht der Abschlussprüfung.

Sind die Modulprüfungen Multiple Choice?

Die Modulprüfungen sind schriftlich. Das genaue Format legt die QS-Kommission fest und teilt es mit der Einladung mit.

Wie viel sollte ich vor der Prüfung üben?

Mindestens eine vollständige Probe pro Modul und eine ganze Fallstudie über drei Stunden.

Quellen und weiterführende Links

Weiter mitGastro-Betriebsleiter G2: Lernplan für 12 Wochen und typische Fehler

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