Gastro-Betriebsleiter · G1 G2 G3 · Stand
GastroSuisse G1, G2 und G3 sind die drei Stufen der Gastro-Unternehmerausbildung: G1 ist der Wirtekurs, G2 die Berufsprüfung Gastro-Betriebsleiter/in und G3 die höhere Fachprüfung zum dipl. Gastro-Unternehmer. Hier siehst du, wie sie aufeinander aufbauen und welche Stufe für dich passt.
Die drei Stufen im Überblick
| Stufe | Abschluss | Umfang | Zulassung |
|---|---|---|---|
| G1 | Zertifikat GastroSuisse, in allen Kantonen als Fähigkeitsausweis anerkannt | 6 Module, etwa 40 Seminartage, plus Zertifikatsprüfung | ab 18 Jahren |
| G2 | Gastro-Betriebsleiter/in mit eidg. Fachausweis, NQR-Niveau 6 | 6 Pflichtmodule und 1 Wahlpflichtmodul, 32 Seminartage | Sek-II-Abschluss, G1-Module, 2 Jahre Führungserfahrung |
| G3 | dipl. Gastro-Unternehmer/in (höhere Fachprüfung), NQR-Niveau 7 | 36 Tage, davon 7 Tage Fallstudie | eidg. Fachausweis oder gleichwertig, 4 Jahre Führungserfahrung oder 2 Jahre Betriebsführung |
G1: der Wirtekurs
G1 vermittelt die Grundlagen für die Führung eines Betriebs in sechs Modulen: Gastgewerbliches Recht und Hygiene, Betriebsführung und -organisation, Rechnungswesen, Recht, Service und Verkauf sowie Küche. Jedes Modul endet mit einer schriftlichen Modulprüfung. Zum Abschluss folgt eine Zertifikatsprüfung als Fallstudie.
GastroSuisse gibt an, dass das G1-Zertifikat in allen Kantonen als Fähigkeitsausweis anerkannt ist. Deshalb heisst G1 oft auch Wirtepatent. Die G1-Module sind ausserdem Zulassungsvoraussetzung für G2.
G2: Gastro-Betriebsleiter/in
G2 ist eine eidgenössische Berufsprüfung. Die Pflichtmodule sind Persönlichkeit, Marketing, Führung, Betriebsorganisation, Finanzen sowie Administration und Recht. Dazu wählst du ein Wahlpflichtmodul: Gastronomie, Hotellerie, Systemgastronomie oder Eventmanagement.
Die Abschlussprüfung besteht aus einer schriftlichen Fallstudie, einem Fachgespräch, dem Lernreflexionsdossier und einem Prüfungsgespräch darüber. Mehr dazu im Hauptratgeber G2 und im Ratgeber Lernreflexionsdossier.
G3: dipl. Gastro-Unternehmer/in
G3 ist die höhere Fachprüfung. Die Module heissen Persönlichkeit/Unternehmertum, Unternehmensführung, Finanzmanagement, Ökonomie und Recht sowie eine Fallstudie inklusive Planspiel. Der Unterricht findet laut GastroSuisse alle zwei Wochen in Zweitagesblöcken in Zürich statt, ergänzt durch Selbststudium. Das Seminar 2027 startet am 18. Januar 2027.
G2 ist für G3 nicht zwingend. Verlangt wird ein eidgenössischer Fachausweis oder ein gleichwertiger Abschluss. Für Gastro-Fachleute ist G2 aber der naheliegende Weg dorthin.
Muss ich mit G1 beginnen?
Für G2 brauchst du die G1-Modulabschlüsse oder Gleichwertigkeitsbestätigungen. Wer schon Leistungen erbracht hat, die einzelnen Modulen entsprechen, kann laut GastroSuisse von einer oder mehreren Modulprüfungen dispensiert werden. Die Reihenfolge der G1-Module ist frei.
Für G3 musst du nicht zwingend G1 und G2 absolviert haben, wenn du einen anderen eidgenössischen Fachausweis oder einen gleichwertigen Abschluss und die verlangte Führungserfahrung hast.
Welche Stufe passt zu dir?
Bei G2 und G3 beteiligt sich der L-GAV an den Kosten, wenn du in einem unterstellten Betrieb arbeitest, und der Bund erstattet bis zu 50 % der anrechenbaren Kurskosten. Details im Ratgeber G2 Kosten und Finanzierung.
- Du willst ein Restaurant oder eine Bar übernehmen und brauchst den Fähigkeitsausweis: G1.
- Du führst bereits ein Team oder einen Bereich und willst einen eidgenössischen Abschluss: G2.
- Du führst einen Betrieb oder willst Unternehmer werden und strategisch planen: G3.
Kosten der drei Stufen
Für G2 und G3 kommt der Bundesbeitrag von höchstens 50 % der anrechenbaren Kurskosten dazu. Die L-GAV-Pauschalen setzen eine Anstellung in einem unterstellten Betrieb voraus und sind kontingentiert. Nicht enthalten sind jeweils Verpflegung, Einschreibegebühren und weitere Kosten der Bildungszentren.
| Stufe | Kosten | L-GAV-Pauschale |
|---|---|---|
| G1 | E-Learning CHF 575 pro Modul, Zertifikatsprüfung CHF 200; Präsenzpreise je Kanton | CHF 200 pro E-Learning-Modul, CHF 450 pro Präsenzmodul |
| G2 | Rechenbeispiel total CHF 7'100 (Kurs, Modulprüfungen, Abschlussprüfung) | CHF 2'640, dazu Übernahme der Prüfungsgebühr |
| G3 | CHF 10'100 für Mitglieder, CHF 11'100 für Nichtmitglieder | CHF 3'440, dazu Übernahme der Prüfungsgebühr |
Wichtig zu wissen
Aufbau, Termine, Gebühren und Zulassung legt die Prüfungsträgerschaft fest und kann sie ändern. Massgebend sind die aktuelle Prüfungsordnung und Wegleitung. Dieser Ratgeber ist ein unabhängiges Lernangebot und keine Rechts- oder Steuerberatung.
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Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen G1, G2 und G3?
G1 ist der Wirtekurs mit Zertifikat, G2 die Berufsprüfung mit eidg. Fachausweis (Niveau 6), G3 die höhere Fachprüfung mit eidg. Diplom (Niveau 7).
Ist G1 das Wirtepatent?
G1 ist ein Zertifikat von GastroSuisse, das laut GastroSuisse in allen Kantonen als Fähigkeitsausweis anerkannt wird. Deshalb wird es oft Wirtepatent genannt.
Brauche ich G1 für G2?
Ja, die G1-Modulabschlüsse oder Gleichwertigkeitsbestätigungen gehören zu den Zulassungsbedingungen der Berufsprüfung.
Brauche ich G2 für G3?
Nicht zwingend. Verlangt ist ein eidgenössischer Fachausweis oder ein gleichwertiger Abschluss sowie Führungserfahrung.
Wie lange dauert G2?
Laut GastroSuisse 32 Seminartage, verteilt auf Blöcke von ein bis drei Tagen, dazu Modulprüfungen und die Abschlussprüfung.
Quellen und weiterführende Links
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