Gastro-Betriebsleiter · Dossier · Stand
Das Lernreflexionsdossier ist der Teil der G2-Abschlussprüfung, den du schon während der Ausbildung schreibst. Du reichst es spätestens sechs Wochen vor der Prüfung ein und sprichst danach im Prüfungsgespräch darüber. Hier erfährst du, was hineingehört, wie es bewertet wird und wie du den Aufwand planst.
Was das Dossier ist
Nach der Prüfungsordnung erarbeitest du die Lernreflexion selbständig mit den Unterlagen, die die QS-Kommission zur Verfügung stellt. Das Dossier soll während der ganzen Ausbildung den Dialog zwischen dem Gelernten und deiner Praxis fördern.
Du hinterfragst deine Arbeit im Betrieb, erkennst Verbesserungen und prüfst, wie du das Gelernte umsetzt. Das Dossier wird individuell und persönlich geführt. Es ist also kein Gruppenprojekt und keine reine Zusammenfassung der Kursinhalte.
Gewicht in der Abschlussprüfung
Dossier und Gespräch zusammen machen zwei von acht Gewichtseinheiten aus, also ein Viertel der Gesamtnote. Das ist viel für einen Teil, den du ohne Zeitdruck vorbereiten kannst.
| Teil | Art | Zeit | Gewicht |
|---|---|---|---|
| 1 Fallstudie | schriftlich | 180 Minuten | 4 |
| 2 Fachgespräch | mündlich | 30 Minuten | 2 |
| 3 Lernreflexionsdossier | schriftlich | während der Vorbereitung | 1 |
| 4 Prüfungsgespräch über die Lernreflexion | mündlich | 20 Minuten | 1 |
Wie viel Aufwand?
Die Prüfungsordnung nennt einen Arbeitsaufwand von etwa 60 Stunden, die Wegleitung etwa 100 Stunden. Rechne sicherheitshalber mit dem höheren Wert. Verteilt über acht bis zehn Monate Ausbildung sind das zwei bis drei Stunden pro Woche.
Der grösste Fehler ist, das Dossier ans Ende zu schieben. Die Reflexion lebt davon, dass du über Monate beobachtest, ausprobierst und festhältst, was sich verändert hat.
Abgabe und Fristen
- Abgabe spätestens sechs Wochen vor der Abschlussprüfung an die QS-Kommission
- Laut Prüfungsordnung reichst du das Dossier mit der Anmeldung in zweifacher Ausführung ein
- 2027 laut GastroSuisse: Eingabe am 25. Januar 2027 (Durchgang 1) oder 10. August 2027 (Durchgang 2), eingeschrieben an GastroSuisse
- Der Anmeldeschluss für die Abschlussprüfung ist derselbe Tag
Ohne rechtzeitig eingereichtes Dossier wirst du nicht zur Abschlussprüfung zugelassen. Plane einen Puffer für Druck und Post ein.
Wie bewertet wird
Beim Dossier werden die Präsentation sowie Quantität und Qualität nach festgelegten Kriterien bewertet. Die Kriterien stehen im Leitfaden zum Lernreflexionskonzept, den du von GastroSuisse erhältst. Lies ihn zu Beginn der Ausbildung und richte deine Struktur danach aus.
Im Prüfungsgespräch gehen die Expertinnen und Experten vom Inhalt deines Dossiers aus. Bewertet werden Selbsteinschätzung, Begründungs-, Lern-, Adaptations- und Denkfähigkeit.
Praktische Tipps
- Lege nach jedem Modul einen Eintrag an: Was habe ich gelernt, was habe ich im Betrieb ausprobiert, was war das Ergebnis?
- Arbeite mit konkreten Beispielen aus deinem Betrieb, etwa einer neuen Dienstplanung oder einer Kalkulation (siehe Deckungsbeitrag und Break-even).
- Schreibe auch über Dinge, die nicht funktioniert haben. Reflexion heisst, Gründe zu erkennen und daraus zu lernen.
- Halte dich an die Vorgaben zu Aufbau und Umfang aus dem Leitfaden.
- Lies das Dossier vor dem Gespräch noch einmal und überlege, welche Rückfragen kommen könnten.
Das Prüfungsgespräch vorbereiten
Das Gespräch dauert 20 Minuten. Du zeigst, wie du während der Ausbildung vorgegangen bist, wie du Gelerntes angepasst und umgesetzt hast und wie du deine eigenen Leistungen beurteilst. Übe, zwei bis drei Beispiele aus dem Dossier frei zu erzählen: Ausgangslage, Massnahme, Ergebnis, was du heute anders machen würdest.
Wie die übrigen Prüfungsteile aufgebaut sind, steht im Ratgeber Module und Abschlussprüfung, den Gesamtüberblick gibt der Hauptratgeber G2.
Ein Beispiel für einen Eintrag
So könnte ein Eintrag nach dem Modul Führung aussehen. Ausgangslage: Im Service gibt es am Wochenende regelmässig Streit um die Pausen. Gelernt: Im Modul ging es um Kommunikation und klare Absprachen im Team. Massnahme: Du führst einen fixen Pausenplan ein und besprichst ihn in einer kurzen Teamsitzung. Ergebnis nach vier Wochen: weniger Konflikte, aber zwei Mitarbeitende fühlen sich übergangen.
Reflexion: Du erkennst, dass du den Plan vorgegeben statt gemeinsam erarbeitet hast. Beim nächsten Mal beziehst du das Team früher ein. Genau solche Gedanken suchen die Expertinnen und Experten: nicht die perfekte Lösung, sondern dass du dein Vorgehen ehrlich beurteilst und daraus lernst.
Wichtig zu wissen
Aufbau, Termine, Gebühren und Zulassung legt die Prüfungsträgerschaft fest und kann sie ändern. Massgebend sind die aktuelle Prüfungsordnung und Wegleitung. Dieser Ratgeber ist ein unabhängiges Lernangebot und keine Rechts- oder Steuerberatung.
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Häufige Fragen
Wie viele Stunden braucht das Lernreflexionsdossier?
Die Prüfungsordnung nennt etwa 60 Stunden, die Wegleitung etwa 100 Stunden. Plane mit dem höheren Wert.
Wann muss ich das Dossier abgeben?
Spätestens sechs Wochen vor der Abschlussprüfung. Für 2027 nennt GastroSuisse den 25. Januar und den 10. August.
Wie stark zählt das Dossier?
Das Dossier hat Gewicht 1, das Prüfungsgespräch darüber ebenfalls Gewicht 1, bei insgesamt 8 Gewichtseinheiten.
Darf ich das Dossier im Team schreiben?
Nein. Es wird laut Prüfungsordnung individuell und persönlich geführt.
Wie lange dauert das Prüfungsgespräch?
20 Minuten. Die Expertinnen und Experten gehen vom Inhalt deines Dossiers aus.
Quellen und weiterführende Links
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